Wenn man selbständig war...
Wenn man einen eigenen Online-Shop hatte...
Wenn man dazu noch andere Hobbies hat wie Stricken und Häkeln, dann kommt da eine Menge Zeugs zusammen und es nimmt scheinbar kein Ende.
Die Garne sind eingepackt, das Regal ist leer, die weiße Komode ganz und die braune Kommode zur Hälfte leer. Und da sind noch nicht meine Stoffe aus dem Schlafzimmer mit bei und jetzt schon werde ich gefühlt 20 Helfer brauchen, damit sich der Einzelne nicht totläuft mit all meinen Kisten und Taschen und Kartons...
Die Reste dieses Zimmers, mein Schlafzimmer und die Küche habe ich noch vor mir... und zwei Kellerräume.... und das große Putzen dieser Wohnung und der Möbel die umziehen, aber das mache ich erst dann, wenn mir die Sachen aus dem Weg sind, dafür müssen meine Kinder ihre Zimmer aber noch leeren und putzen.
Das wird schon, bin Umzugsprofi (es ist das 15. mal in meinem Leben dass ich umziehe und das 10. mal mit komplettem Haushalt) und wenn man das Austauschjahr USA mit dazu zählt, sind es ganze 17 x dass ich umgezogen bin). Hinzu kommt, dass ich alle zwei Jahre die Schule wechselte... Wurzeln habe ich - glaube ich - keine. Ich habe eine Herkunft, das ja, mehr auch nicht. Ein Zuhause finde ich bei/in Menschen und wenn diese sich abwenden oder aus meinem Leben treten, trifft mich das meist besonders hart.
Und wenn man so auf die politische Lage schaut, auf Grönland und auf die Ukraine, auf den Nahen Osten etc. und man stellt sich die Frage, wie weit würde man gehen für das Vaterland (ich liebe dieses Wort, genauso wie Muttersprache) und wie weit würde man gehen für Europa, dann spüre ich tiefe, starke Wurzeln...
die liebe Nana
Liebe Nana,
AntwortenLöschenja, ich mag auch die Worte Vaterland und Muttersprache und ich kann darin auch nichts anrüchtiges finde. Manches, was sich im Laufe der Zeit im Sprachgebrauch entwickelt hat, ist schön und sollte einfach so bleiben. Es ist ja irre, wie oft du schon umgezogen bist. Warum hast du alles zwei Jahre die Schule gewechselt? War dein Vater bei der Bundeswehr?
Heimat... Ist teilweise schwer zu beschreiben, ich denke, Heimat ist tief in einem drin. Ja, ich denke schon, dass viele Heimat mit einer Region verbinden, aber ich denke, das ist mehr, ja, auch wie du schreibst, verbunden mit Menschen. Weißt du, als ich im Rahmen meines Fernstudiums in Leipzig war und dort die Peterskirche für mich entdeckt hatte, waren die folgenden Besuche dort irgendwie wie nach Hause kommen, vertraut... Das war ein schönes Gefühl, vielleicht ein Gefühl vom Heimat.
Für Deinen Umzug wünsche ich Dir viel Kraft, das wird schon. Du schaffst das, auch wenn im Moment vielleicht ein großer Berg vor dir liegt.
Liebe Grüße Viola
Nein, er war nicht beim Bund. Der erste bewusst miterlebte Umzug war in meiner Grundschulzeit, danach kam ich auf die Förderstufe für zwei Jahre und konnte auf´s Gymnasium wechseln. Dort in der 7. Klasse wanderten wir aus nach Mexiko für nicht ganz ein Jahr, danach sind wir zurück und ich bin auf die Realschule. Selbst in Amerika wechselte ich die Schule, weil ich in eine andere Familie kam.
LöschenWenn man das heute einem Kind/Schüler antun würde, würde sich social media das Maul zerreißen. Heute im Nachhinein würde ich sagen, auch ein Kind/junger Mensch schafft das, zahlt aber natürlich einen Preis und der heißt im Positiven Flexibilität lernt man und offen für Neues sein, im Negativen kann ich nur schwer Freundschaft schließen. Ich halte es gerne oberflächlich, das verletzt nicht, denn - wie jeder andere auch - habe ich natürlich auch hier meinen Teil abbekommen, aber wenn man dann ständig alles wechselt und neu anfangen muß, gibt es eben kein Netz was auffängt. Das macht es für junge Menschen schwer. Das Resultat ist, dass ich zwar auf der Suche nach einem "Zuhause" bin, es aber bis heute nicht gefunden habe bzw. es nicht von Dauer war. Denn leider bleiben Menschen nicht auf Dauer - zumindest nicht bei mir.
Das ist kein Klagen, kein Jammern, es ist einfach mit 59 eine Erkenntnis, ohne Schuldzuweisung, ohne Groll.
Ein Ort kann ein Zuhause sein und wie schön es sich angefühlt haben muß in dieser Kirche kann ich mir sehr gut vorstellen. Es gibt einfach Orte, da fühlt man etwas. Etwas, was man vielleicht gar nicht beschreiben kann, muß man auch nicht, denn dafür ist es ein Gefühl - einfach da.
Nana
Wow Nana, da bist Du ja wirklich ein Umzugsprofi. Die nächste Zeit wird sehr arbeitsreich für Dich. Musst Du die alte Wohnung auch noch renovieren wenn Du ausziehst?
AntwortenLöschenIch wünsche Dir viel Kraft und reichlich Helfer.
Lg Karin
Zum Glück muß ich hier nicht renovieren, das droht mir dann aber bei meiner neuen Wohnung, denn dort ziehe ich renoviert ein.
LöschenNana
Liebe Nana,
AntwortenLöschenja, das ist ein riesiger Berg an Arbeit. Aber Du wirst sehen - die Küche geht schneller. Da ist der Kram nicht so kleinteilig.
Ich wünsche Dir sehr, dass Dein Zeitplan aufgeht, die Mädels rechtzeitig ihre Zimmer räumen und alles gut funktioniert.
LG
Elke
Da hast Du auch recht mit dem kleinteiligsein. Ich denke an Dich, wenn es soweit ist.
LöschenNana