Seiten

Montag, 15. Juni 2020

52/3 - ich mag

Beim Blogzimmer ist Woche 3 angebrochen und das in Reihe (ich (!) gehe der Reihe nach) folgende Thema lautet "ich mag".

Ich mag vieles!

Und ich mag vieles nicht!!

Da stellt sich einem doch automatisch die Frage, was mag man denn besonders, oder wie weit geht mögen?

Nebst gutem Essen und toller Gesellschaft mag ich vor allem das Neue! Das Außergewöhnliche!

Ich mag es, mal außerhalb der Norm zu sein oder etwas außerhalb der Norm zu erleben.

Da denke ich an das grandiose Erlebnis der Mitfahrgelegenheit auf einem Lotsenboot auf der Elbe. Einige meiner Leser erinnern sich sicher und noch immer empfinde ich diesen Ausflug als etwas ganz Besonderes in meinem Leben.

Dies und andere Dinge fallen aber unter das gleiche Thema: ich mag es mehr zu erfahren, reinzuschnuppern und als ich mal wieder mit Imo an der Docke war, da hatte ich endlich die Gelegenheit, Sprayer in Aktion zu beobachten bzw. mir endlich Fragen beantworten zu lassen.

Also bin ich hin.


Es waren fünf junge Männer und anfangs etwas skeptisch, als ich ihnen meine Fragen stellte, aber nach einer kleinen Weile wurden sie immer redseliger.

Ich habe heute folgendes gelernt:

Sprayer grundieren ihre Arbeit!
Nicht mit weiß, sondern mit einer Hintergrundfarbe. "Spart Sprühfarbe", wurde mir erklärt, "und man ist schneller."

Die Wände der Docke sind frei für Sprayer, man muß sich nicht anmelden. Diese Jungs wußten von den Wänden und entschieden, dieses Wochenende einen Teil der Wände zu bemalen. Sie übersprayten bereits verzierte Wände, also ein Sprayer geht über das Werk eines anderen.


Alles sind Hobbysprayer, die sich ihr Material mit Auftragsarbeiten finanzieren.


So eine Dose enthält besondere Lacke, keine aus dem Baumarkt. Sie sind wetter-, wasser- und lichtfest und der Hersteller garantiert eine Haltbarkeit von 7 Jahren.

Sprayer arbeiten anfangs mit Schablonen, später dann freihand. Diese hier arbeiteten alle freihand, lediglich zwei Schablonen wurden benutzt. Da war diese hier...


... und eine Möwenschablone, die sogar - ich hab´s gesehen - Möwenschiß während des Fluges ausgestanzt hatte.

Hier wird sie benutzt.



Als ich ihm (auf obigen Foto) sagte, daß ich die Schrift fast nie lesen kann, lächelte er und meinte, daß es dabei auch gar nicht um Lesbarkeit ginge. Es sei die eigene Handschrift... cool, wie ich finde.

Sprayer machen sich manchmal eine Skizze vorher, vieles oder das meiste kommt aber spontan.

Ich zeige Euch nun die Werke, wie sie nacheinander an der Mauer zu sehen sind v.l.n.r.








Sie erzählten mir dann, daß man auf Grund einiger Zeichen und Details dann in der Szene wisse, wer welches Bild gemacht hat und daß sie aus Kiel kommen und daß es beim sprayen immer ein vor und zurück gibt, weil man einfach auch die Distanz braucht für die Wirkung.


Es war ganz wunderbar, mich mit ihnen zu unterhalten.

Ich habe nun Antworten und weiß doch einiges mehr. Auf dem Rückweg meinten sie, sie würden jetzt noch den Müll einsammeln... "gehört dazu!"... und ich meinte darauf: "Ich finde eure Kunst wunderbar und werde täglich an euch denken."

Darauf sagte der Eine: "Vielen Dank für die Wertschätzung!"

Wow, das ist toll.

Draußen, auf der anderen Seite der Docke dann fand ich ganz kleine Kunst:




Ein Küstenstein.


Dies ist also mein Beitrag zu "ich mag" und ich hoffe, ihr mögt ihn auch.


              die liebe Nana

20 Kommentare:

  1. Ich mag auch solche Kunst, aber nur an Stellen, die auch dafür gedacht sind. Nicht an frisch renovierten Fassaden, wenn die Eigentümer dann viele tausend Euro für´s Beseitigen zahlen müssen. Gerne würde ich so etwas mal selbst probieren, weil ich auch alles neue mag. Beste Grüße von Rela

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Die Verschandler sind ja keine Künstler, die finde ich auch furchtbar.

      Nana

      Löschen
  2. Die kleine Kunst gefällt mir auch sehr gut. LG von Regula

    AntwortenLöschen
  3. Moin Nana,
    wow - das ist ein beneidenswertes Erlebnis. Ich muss sagen, die Spray-Kunst gehört zum heutigen Stadtbild. Und auch ich versuche doch immer, die Schrift zu entziffern. Anscheinend ist das aber nicht unbedingt so gedacht. Auf jeden Fall hatten diese Sprayer wohl schöne Gedanken an Sommer und Meer bzw. Hawaii, wobei das zweite Bild mit der "Schnitzerei" mich sehr an die Maori-Kunst Neuseelands erinnerte. Wahrscheinlich gibt es so etwas aber auch auf Hawaii sowie in ganz Polynesien. Toll dass du die Künstler so angesprochen hast. Wahrscheinlich hören die von Fremden unserer Generation selten Positives. Es sollte viel mehr Flächen für Sprayer zur Verfügung gestellt werden. Meine Tochter hat es selbst auch schon ausprobiert an einer Mauer in Hull/GB. Und es ist tatsächlich so, dass einfach über die Werke anderer Künstler gesprayt wird. Wenn man das Werk verewigen möchte, muss man es halt fotografieren. Einen schönen Wochenanfang wünsche ich dir.
    LG
    Andrea

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Und meine Töchter versuchten sich an der alten Turnhalle des DFG ;)

      Nana

      Löschen
  4. Liebe Nana,
    dein Beitrag ist einfach klasse. Ich habe wieder etwas neues Erfahren und finde es super das es solche Wände gibt. Davon wünschte ich mir viel mehr.... . 😁 Der Schnecken Stein ist klasse und passt super zu deinem Tag. Hast du ihn behalten oder wieder neu ausgesetzt?

    Viele liebe Grüße deine nähbegeisterte Andrea 🍀

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich habe mich über den Stein gefunden, mich gefreut, darüber gepostet, aber ihn dort liegen gelassen. Hier findet man einige Küstensteine und vielleicht findet diesen hier ein Wohnmobilist und nimmt ihn mit in seine Heimat.

      Nana

      Löschen
  5. Hallo Nana,
    vielen Dank für den informativen Beitrag. Graffiti-machende Menschen sehe ich nie. Bei uns im Dorf sind nur die Tags sichtbar ... manche gut, andere schlecht. Bin ich in Berlin unterwegs, bewundere ich oft die Werke. Nun weiß ich dank Dir wieder mehr.
    Viele liebe Grüße
    Anke

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Es war auch das allererste mal, daß ich Sprayer bei ihrer Arbeit sah.

      Nana

      Löschen
  6. Beim Thema, "was man mag" wird man ja nie fertig -zum Glück!!!- , das alleine ist ja schon der Grund, daß man überhaupt einen Blog hat.

    Toll finde ich, daß Du Dich mit den Sprayern unterhalten konntest. Danke fürs zeigen und berichten!

    Liebgrüße,
    Tiger
    🐯

    AntwortenLöschen
  7. Hallo Nana,
    ein nicht alltägliches Erlebnis. Ich kann gut verstehen, dass Du sowas magst. Das ist schon wirklich Kunst und man sieht auf Deinen Bildern sehr schön die verschiedenen Handschriften.
    LG
    Valomea

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Schade, daß sie keinen schönen Beachboy malten, hahaha.

      Nana

      Löschen
  8. Hi Nana, wunderbar welch nette Erlebnisse du hast, das liegt natürlich daran, dass du an vielem interessiert bist und auch keine Scheu hast zu fragen. Genau das richtige für's Thema, auch die "kleine Kunst" mag ich.
    LG eSTe

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich habe schon oft erfahren, daß die Menschen gerne über sich und ihre Hobbies erzählen... meist sind sie dankbar, daß man sich für sie interessiert. Das geht uns PWern ja nicht anders, gell?

      Nana

      Löschen
  9. Also echt, ich finde das ganz toll, dass du dir den Mut genommen hast, sie so ausführlich über ihre Arbeit zu fragen !
    Solche Kunstwerke bewundere ich auch immer, wenn ich welche entdecke.
    Schön, dass du uns ein paar davon zeigst. Ich bin wirklich sehr begeistert davon.
    Liebe Grüße
    Mein Beitrag Nr. 3...

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Wenn man schon mal die Gelegenheit hat... war das erste mal überhaupt, daß ich welche sah.

      Nana

      Löschen
  10. Ja, ich mag deinen Beitrag sehr, liebe Nana! Eine sehr interessante Geschichte - und ich habe wieder einiges gelernt. Ich würde sonst wohl nie so auf Sprayer treffen.
    Liebe Grüße
    Ingrid

    AntwortenLöschen
  11. Nana, ein wundervoller Beitrag und so schätzt du die Arbeit gleich nochmal und dauerhaft im Netz. Super!!!

    AntwortenLöschen

Ich behalte mir vor, nach eigenem Ermessen Kommentare zu löschen.

Mit Abschicken des Kommentares erklärst du dich einverstanden, dass deine gemachten Angaben zu Name, Email, ggf. Homepage und die Nachricht selber, gespeichert werden.
Du kannst den Kommentar jederzeit selber wieder löschen, oder durch mich entfernen lassen.
Mit dem Absenden deines Kommentars bestätigst du, dass du meine Datenschutzerklärung sowie die Datenschutzerklärung von Google https://policies.google.com/privacy?hl=de gelesen hast und akzeptierst.
Kommentare, die Direktlinks zu unbekannten, bzw. unersichtlichen Seiten ( ohne erkennbare URL-Adresse ) beinhalten, werden aus Sicherheitsgründen direkt gelöscht.