Mittwoch, 26. Dezember 2012

2. Weihnachtsfeiertag

Meine Kinder spielen mit ihren neuen Geschenken und genießen die Märchenfilme im TV, so bleibt mir viel Zeit zum Nähen und stricken. Bald sind die Socken für meine Große fertig, aber noch kann ich sie nicht zeigen. Dafür aber schon mal andere Dinge:

Habe ich Euch schon erzählt, daß bei uns das Friedenslicht brennt? Das holten wir am Sonntag beim Pfadfindergottesdienst mit Krippenspiel ab. Das Licht wird in Bethlehem entzündet und gelangt via Spezialgefäß und Flugzeug nach Europa, wo es von den Pfadfindern auch in Deutschland verteilt wird. Der Brauch sagt, man soll an Heiligabend die Kerzen an diesem Licht anzünden und so lange soll die Flamme brennen. Bei uns brennt sie heute auch noch und möge es uns unseren Frieden erhalten.


Und weil gestern so ein Schmuddelwetter war, hat es sich unser Rotschopf mal wieder schwer gemütlich gemacht in meinem Zimmer. Das habe ich zwar nicht so gerne wegen seinen Haaren und weil er es sich generell immer auf Stoff gemütlich machen will, aber kann man ihn bei so einer Pose verscheuchen?



Und genäht habe ich auch weitere Sterne.
Was wäre eine Fremdidee, wenn ich nicht meine eigene dazu tun kann? Gestern kam mir dann der Gedanke, ich könnte ja von jeder Sternengröße ein Negativ erstellen, also eines anders herum. Dafür wählte ich einen besonderen beigen Stoff aus, den ich zum Geburtstag geschenkt bekam. Es ist phosphorisierend und leuchtet im Dunkeln, schaut selbst:





Die drei Sterne werde ich dann auf dem Quilt verteilen, daß sie schön auffallen, weil sie das homogene Bild trüben und genau das ist dann gewollt. Das macht man auch gerne beim New York Beauty, daß man manche Blöcke anders herum näht.

Hier noch ein paar "normale" und jetzt gehe ich erstmal emails schreiben.



Dienstag, 25. Dezember 2012

25. Türchen?

Irgendwie schade, gell, das alles vorbei ist?
Jetzt hat man soooo lange darauf gewartet und die ganze Zeit davor war angefüllt mit Vorfreude und Spannung (besonders dann, wenn man noch relativ kleine Kinder im Haus wohnen hat) und mit einem Male ist alles vorbei. Darüber war ich schon als Kind enttäuscht. Naja, enttäuscht ist der falsche Ausdruck, es war eher eine plötzliche Leere da.

Was soll´s, jetzt will ich Euch von gestern erzählen:

... die guten Vorsätze:
Nun, was soll ich sagen? Manchmal klappte es und ich stellte fest, so schwer und schlimm war´s gar nicht. Aber es ging leider nicht immer. Vielleicht sollte ich mir für´s neue Jahr wünschen, daß ich es täglich umsetzen kann, wenigstens die Hälfte der Vorsätze. Das würde mich meinem Umfeld leichter erträglich machen, hahaha.

In der Kirche war´s natürlich voll und als wir reinkamen sah ich nix!!! Keine Krippe!!!!!! Ich war doch sehr erstaunt und dachte, daß der "geeignete" Platz dann sicherlich in irgendeiner Ecke sei. Oh weh! Und dann kamen die Kirchenvorsitzende und der Pfarrer und wurschtelten herum und dann hatten sie sie hängen. Noch verdeckt, aber als dann das ganze anfing und bevor es richtig losging das Weihnachtsprogramm, da wurde von einem großzügigen Geschenk gesprochen und wer die Krippe im Ursprung machte und wo sie steht etc. und dann wurde mein Name erwähnt. Und dann wurde die Krippe feierlich von ihrem "Umhang" befreit und da hing sie nun... und ich darf ganz stolz sagen, ein paar "Oooo´s" und "Aaaahhhh´s" hörte ich. Am Ende beim Verlassen der Kirche wurde ich dann angesprochen und eine ältere Damen meinte, wie schön die Krippe sei und was ich doch für eine Künstlerin wäre. Das war schon toll.
Wenn die Weihnachtszeit vorbei ist, kommt sie zum Treppenaufgang, wo es hoch zur Orgel geht. Jeder kann sie dort sehen, das freut mich doch sehr.
Neben der Krippe hängt das Originalfoto und mein "Label", wo ich erkläre warum ich die Krippe anfertigte, wie sie gearbeitet ist etc.



Als kleine Aufmerksamkeit gab´s dann eine "Weihnachtsgurke"! Ja, eine mundgeblasene Weihnachtsgurke und der Sage nach glauben die Amerikaner (als ich dort war hörte ich allerdings nie davon!), daß wir Deutschen uns eine saure Gurke in den Baum hängen. Angeblich soll ein aus Deutschland stammender Soldat im Krieg im Sterben gelegen haben und fragte als letzten Wunsch nach einer sauren Gurke, die er auch bekam. Und siehe da, danach wurde er gesund und seitdem dient das ganze wohl als besonderes Zeichen. Man kann diese Gurke als "Spiel" in den Baum hängen und wer sie zuerst entdeckt aus der Ferne, der darf z.B. zuerst seine Geschenke auspacken oder hat im folgenden Jahr besonders viel Glück. Reizend finde ich das schon und die Gurke hängt nun in unserem Baum und wird jedes Jahr mich an meine Krippe erinnern.


Und jetzt zeige ich Euch, was ich dieses Jahr geschenkt bekam.

Von meiner Großen den selbstgebastelten Stern:


Von meiner Kleinen ein selbstgemachtes Heft und bitte beachtet das "Merri Krismis".



Wußtet Ihr, daß ich große Klassikliebhaberin bin? Mein Lieblingskomponist ist Tschaikowski und das weiß natürlich auch mein Mann und schenkte mir neben den obligatorischen 100 Euro diese CD-Box (die unterschiedliche Schreibweise des Namens ist allgegenwärtig, mal so, mal so, ich bevorzuge "meine"):


Und dies sind die Geschenke von Bekannten und meiner Freundin:



Aber jetzt zeige ich Euch etwas von einer wirklich echten Künstlerin. Sie ist Porzellanmalerin und was sie schon alles gemacht hat... ich habe schon ihre Werkstatt gesehen und einige ihrer Werke. Diese Miniaturleinwand und die Karte ist im Original ebenfalls eine Arbeit von ihr, ist das nicht toll?


Und die Jeans für meine Große wurde auch fertig.


Und nun etwas ganz anderes. Ihr wißt ja, daß ich den Sulky-BOM nähen will und dafür brauche ich eher nostalgisch-romantische Stoffe, von denen ich aber kaum oder gar nichts habe. Wer von Euch hat schöne Rosenstoffe oder ähnliches in beige/creme/rosa/rosé/braun? Zum Tausch biete ich diese Stoffe an, kann gerne aber auch nach anderen in meinem Fundus schauen.



Und nun werde ich den Schnee "löschen", er kommt wieder im nächsten Jahr zur Adventszeit.


Montag, 24. Dezember 2012

24. Türchen

Heiligabend!
Vielleicht ist so manch Eine von Euch total im Stress, muß noch schnell was einkaufen, Geschenke packen, Putzen, die Kinder zum Duschen schicken, Gans wenden... oder es ergeht Euch wie mir: ich habe null Stress und hatte diesen auch noch nie an Weihnachten! Ich mache da nämlich nicht mit und ein Festessen gibt es bei uns eh nicht. Ich bin ganz entspannt und wünsche mir, daß Ihr nun auch ein wenig entspannen könnt und zwar so lange, wie dieser Post anhält und vielleicht noch darüber hinaus. Und was sich dahinter verbirgt, das schauen wir uns jetzt mal an...


Das Folgende wird Papst Johannes XXIII zugeschrieben und es ist so unfaßbar schön, daß ich es - als ich es entdeckte - doch tatsächlich mehr als drei mal lesen mußte, so wunderbar fand ich es. Es ist kein Gedicht, es sind...

Zehn gute Vorsätze

Nur für heute werde ich mich bemühen, den Tag zu erleben, ohne das Problem meines Lebens auf einmal lösen zu wollen.

Nur für heute werde ich die größte Sorge für mein Auftreten pflegen. Ich werde niemanden kritisieren, ja ich werde nicht danach streben, die anderen zu korrigieren oder zu verbessern. Nur mich selbst.

Nur für heute werde ich in der Gewißheit glücklich sein, daß ich für das Glück geschaffen bin. Nicht für die anderen, sondern auch für diese Welt.

Nur für heute werde ich mich an die Umstände anpassen, ohne zu verlangen, daß sich die Umstände an mich und meine Wünsche anpassen.

Nur für heute werde ich zehn Minuten meiner Zeit einer guten Lektüre widmen. Wie die Nahrung für das Leben des Leibes notwendig ist, so ist die Lektüre notwendig für das Leben der Seele.

Nur für heute werde ich eine gute Tat vollbringen. Und ich werde es niemandem erzählen.

Nur für heute werde ich etwas tun, wozu ich keine Lust habe es zu tun. Sollte ich mich in meinen Gedanken beleidigt fühlen, werde ich dafür sorgen, daß niemand es merkt.

Nur für heute will ich ein genaues Programm aufstellen. Vielleicht halte ich mich nicht daran, aber ich werde es aufsetzen. Und ich werde mich vor zwei Übeln hüten: vor der Hetze und vor der Unentschlossenheit.

Nur für heute werde ich fest glauben - selbst, wenn die Umstände das Gegenteil zeigen sollte -, daß die gütige Vorsehung Gottes sich um mich kümmert, als gäbe es sonst niemanden auf der Welt.

Nur für heute werde ich keine Angst haben. Ganz besonders werde ich keine Angst haben, mich an allem zu freuen, was schön ist, und an die Güte zu glauben.


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Ist das nicht ganz wunderbar? Das will ich gerne mal versuchen!

Euch allen einen wunderschönen Tag, einen besinnlichen Heiligabend voll Freude, Wärme und Liebe und bleibt gesund.




Sonntag, 23. Dezember 2012

zwischendurch

Gestern und auch heute war ich schon wieder fleißig, so sind weitere Sterne fertig geworden.





Fertig geworden ist auch eine Gummibund-Jeans für meine Kleine, an der für die Große arbeite ich noch. Sie war schon längst fertig, aber dann doch zu klein.


Kennt Ihr den Spruch: ...steht da wie ein begossener Pudel?
So sieht ein liegender, begossener Pudel aus....


Und jetzt noch ein paar Abschlußworte, denn morgen bleibt es bei dem 24. Türchen, es wird kein "zwischendurch" geben.

Ich danke allen treuen Mitleserinnen meines Adventskalenders. Ich hatte anfangs große Zweifel, ob er denn gefallen wird. Sicherlich dachte so manche von Euch, was denn das alles soll... Erinnerungen etc. von Menschen, die man gar nicht kennt. Es hat sich zum Glück nicht bewahrheitet und oft habt Ihr mir gesagt, wie gerne Ihr meine Türchen öffnet. Danke dafür!
Es war eine schöne Vorweihnachtszeit und da ich sie auch mit Euch gegangen und erlebt habe, erscheint es mir, als ob ich dieses Jahr seit langem mal wieder so richtig eine Vorweihnachtszeit erfahren durfte/konnte. Dieses Jahr ging es nicht so "unerkannt" an mir vorüber, dieses Jahr gab es viele rührende Momente, die auch mich haben still werden lassen, nicht zuletzt auch durch meinen eigenen Adventskalender.
Ich danke allen Beteiligten der Türchen für die offenen und ehrlichen Antworten. Übrigens: Andrea aus Kalifornien, wird wohl zuhause die Geschichte auf Platt vorgelesen bekommen. Vor einer Woche noch meinte sie, daß es gut aussehen wird, daß sie endlich mal wieder im Flieger sitzt und nach Hause kommt. Das freut mich sehr für sie und beschert mir gerade eine wunderbare Gänsehaut.

Laßt es Euch gutgehen und genießt die Zeit, wie und wo auch immer Ihr sie verbringen möget. Ich gehe morgen mit meiner Familie zum Gottesdienst, wo meine Krippe übergeben wird. Fotos folgen hier auch meinem Blog. Dann wird zum späten Nachmittag sicherlich das Christkind vorbeikommen und meinen Kindern ein lautes Jubeln entlocken (dieses Jahr hat man es sehr gut mit ihnen gemeint!).

Bleibt gesund und wenn wir uns wiedersehen, dann laßt uns von unserer diesjährige Weihnacht berichten und bis Silvester neue Pläne für 2013 schmieden.

Bis morgen,


23. Türchen

Da ist heute schon der 4. Advent und wo ist nur die Zeit geblieben? Laßt es uns öffnen, das Türchen!


Ihr wißt ja, an den Adventssonntagen lasse ich es ruhiger angehen, Ihr habt besseres zu tun als hier lange zu lesen. So will ich dem Tag eine Geschichte geben, welche ich soooo schön finde. Viele, vielleicht alle, kennen sie und doch kriege ich jedesmal eine Gänsehaut...

Spuren im Sand

Eines Nachts hatte ich einen Traum:
Ich ging am Meer entlang mit meinem Herrn.
Vor dem dunklen Nachthimmel erstrahlten, Streiflichtern gleich,
Bilder aus meinem Leben.
Und jedesmal sah ich zwei Fußspuren im Sand,
meine eigene und die meines Herrn.

Als das letzte Bild an meinen Augen vorübergezogen war,
blickte ich zurück.
Ich erschrak, als ich entdeckte,
daß an vielen Stellen meines Lebensweges
nur eine Spur zu sehen war.
Und das waren geade die schwersten Zeiten meines Lebens.

Besorgt fragte ich den Herrn:
"Herr, als ich anfing, dir nachzufolgen,
da hast du mir versprochen,
auf allen Wegen bei mir zu sein.
Aber jetzt entdecke ich,
daß in den schwersten Zeiten meines Lebens
nur eine Spur im Sand zu sehen ist.
Warum hast du mich allein gelassen,
als ich dich am meisten brauchte?"

Da antwortete er: "Mein liebes Kind,
ich liebe dich und werde dich nie allein lassen,
erst recht nicht in Nöten und Schwierigkeiten.
Dort, wo du nur eine Spur gesehen hast,
da habe ich dich getragen"

Margaret Fishback Powers




Samstag, 22. Dezember 2012

Frauenrechtsquilt # 17

Die Zeit läuft und heute ist doch tatsächlich schon Block Nr. 17 dran.

Da meine Kleine gestern Geburtstag hatte, will ich ihr diesen Block widmen:

für Kind Nr. 2!

(Zum Verständnis: meine Kinder bleiben stets anonym im Netz, deshalb keine Namen!)

Meine Kleine wurde an einem Dienstag geboren, nachmittags und ich hatte soo gehofft, daß sie kein Christkind wird und nach 14 Stunden Wehen, war´s dann auch soweit.
Geboren wurde sie im ausrangierten Kreißsaal, der nur als Durchgangszimmer der Schwestern und Ärzte diente, denn alle Kreißsäle waren schon belegt. Wir hatten das auch alles ganz alleine geschafft, denn mein Mann mußte ja auf die Große aufpassen, die selbst nicht mal zwei Jahre alt war.
Und da war sie nun, meine Zweite und machte durch ihre Anwesenheit die Familie komplett. Sie trägt einen persischen Vornamen (ich mag´s halt exotisch) und einen Zweitnamen in Anlehnung an den Vater meines Mannes, der in ihrer Schwangerschaft leider verstarb.
Nach der Geburt sind wir am nächsten Tag nach Hause, da wurde sie herzlichst von der Großen empfangen. Wir legten sie in den Stubenwagen und die Große zog sie durch die kleine Wohnung und erklärte ihr jedes Zimmer. Beim Windelwechseln legte sich die große Schwester immer neben sie (wir wickelten nur auf dem Boden) und so manches mal schliefen beide dabei ein. Es ist schön, wenn man Kinder hat, die so dicht aufeinander folgen.
Und der Tag kam, da trat die kleine Schwester aus dem Schatten der großen Schwester und siehe da, es entpuppte sich natürlich ein ganz unterschiedliches Kind. Ist die Eine schwarz, ist die Andere weiß, sagt die Eine ja, sagt die Andere nein.
Und meine Kleine ist ein Mama-Kind, wurde 13 Monate gestillt, ein kleiner Draufgänger, lief eher nebenher und mit und ist deshalb vielleicht auch ein so wunderbarer Charakter. In sich stark und selbstbewußt mit der Fähigkeit, die Menschen um sie herum mit einem Lächeln und einem frechen Spruch um den Finger zu wickeln.
Sie ist sportlich, klettert wie ein Affe, mag die Dunkelheit gar nicht, ist störrisch, hat eine Schrift zum davonlaufen, hat wunderbar blaue Knopfaugen, hat die zarteste Haut und wird von Jahr zu Jahr hübscher. Sympathien fallen ihr zu, sie ist beliebt bei den Mädchen und Jungs akzeptieren sie, weil sie cool ist.
Sie ist das Kind, was einem das Lieben so einfach macht. Sie schmiegt sich an und ich frage mich manchmal, wächst sie überhaupt? Aber wehe sie ist zornig! Wehe es steht ihr was im Weg! Wehe, man tut ihr Unrecht!

Sie ist ein großartiges Kind.
Meine Kleine.

Und bei der Frage nach ihrer Lieblingsfarbe sagt sie entzückenderweise: "Bunt!" und deshalb ist Nr. 17 schön bunt.

Und dieser Block ist für Dich, mein kleines Schützenkind!



22. Türchen

Schlüssel drehen und... zieht oder drückt man meine Türchen auf?


Heute bekommt Ihr die letzte Weihnachtserinnerung und Stephanie macht den Abschluß!

Stephanie, geboren 1967

Was gab es an Heiligabend immer zu essen?
Es gab immer was Schönes, z.B. Rinderroulade mit Rotkohl und Kartoffeln und Nachtisch wie Obst mit Sahne oder Pudding. Also nicht unbedingt traditionell, aber lecker!! Ich fand das toll! Besonders die Atmosphäre, da hat mein Vater viel Wert drauf gelegt.

Erzähle von eurem Baum!
Papa hatte da so seine eigenen Ansichten... z.B. war er der Meinung, für einen Weihnachtsbaum zahlt man nicht, sondern man geht in den Wald und sägt sich ein kleines Bäumchen selber ab! Das war in den 70er Jahren auf dem Land und so hat er es immer gemacht. Heute macht man das natürlich nicht mehr, wo kämen wir da hin! Heute sägt er immernoch selbst, aber nur noch einen Zweig, der dann geschmückt wird.

Kam zu euch der Weihnachtsmann oder das Christkind?
Zu uns kam der Weihnachtsmann und als meine Schwester klein war, mußte ich mich verkleiden und ihn spielen! Hab mich aber selbst verraten, da sie meine Stimme erkannt hat!

Wie lief die Bescherung ab?
Vormittags durfte ich den Baum mit meinen Eltern schmücken, dann wurden alle Geschenke unter den Baum gelegt, ich durfte sie aus einiger Entfernung bewundern, aber nicht anfassen. Dann gab es lecker Kaffee und Kuchen mit den Großeltern. Ca. 16 Uhr gingen wir dann zu Fuß in die Kirche und danach war dann Bescherung. Kann auch sein, daß wir nach der Kirche Kaffee getrunken haben. Ich habe mir immer viel Zeit gelassen mit dem Auspacken und den ganzen Laden aufgehalten, weil ich es so genossen habe.

An welches Weihnachten erinnerst du dich am besten?
Ich denke, da war ich so 8 oder 10 Jahre, da hatte Weihnachten noch so richtigen Zauber. Es lief so ab wie schon beschrieben, ich erinnere mich auch an schöne Weihnachtsmusik im Hintergrund, es war sehr festlich und harmonisch. Ich erinnere mich, daß Papa noch schnell Nachrichten im Fernsehen schauen wollte, aber das war Weihnachten tabu, da hat Mutter gestreikt, für sie paßte Fernsehen und Weihnachten nicht zusammen.

Was war das schönste Geschenk, was du damals bekommen hast?
Da brauch ich gar nicht nachzudenken... es war ein Kinder-Webstuhl! Bis tief in die Nacht hab ich auf dem Teil gewebt... nichts hat mir nachher mehr Freude gemacht wie das Weben an diesem Abend! Und eine selbstgestrickte Puppe von meiner Mutter, hab sie heiß und innig geliebt... hab sie heute noch.

Was war dein Lieblingsweihnachtslied?
Ich glaube, es fing so an... Kling, Glöckchen, klingelingeling... kling, Glöckchen, kling... macht mir auf das Türchen, laßt mich nicht erfrieren usw. Das hat meine Oma oft mit mir gesungen.

Hast du heute noch das gleiche Lieblingsweihnachtslied?
Ich denke gerne an die alten Lieder zurück... z.B. Stille Nacht, heilige Nacht... aber sonst mag ich verschiedene.

Was kochst du heute an Heiligabend?
So richtig traditionell nicht, aber was Schönes. Brathähnchen, Entenbrust oder Roullade.

Was würdest du gerne vom damaligen ins heutige Weihnachten mitnehmen?
Die Atmosphäre, die glückliche Unbeschwertheit und ganz besonders gerne ein lachendes Kindergesicht. Hier sind alle erwachsen und keine kleinen Kinder da im Moment.

Was für ein Geschenk ist bis dato unerfüllt geblieben?
Heute will ich es nicht mehr... aber damals wollte ich unbedingt ein Kettcar! So ein flaches Dreirad ähnliches Ding, mit Kettenantrieb zum Treten.

Und wenn du Jesus treffen könntest, was würdest du ihm sagen/ihn fragen/ihm geben?
Ich weiß es nicht... natürlich weiß ich die Bedeutung von Jesus und Weihnachten, er war aber in meiner Erziehung eher kein Thema. Mehr so... Glaub wenn du willst... oder auch nicht. Vielleicht würde ich ihn fragen, warum ich den Weg zu Gott nicht richtig finden kann... wer glaubt findet Halt und Hoffnung.
Ich würde versuchen ihm zu sagen, wie nachhaltig er die Menschen beeinflußt hat. Ich glaube, ich könnte ihm nichts geben, was er haben wollte.

Fällt dir noch was ein, was du uns sagen möchtest?
Ich möchte dir, liebe Nana, danken für diesen Fragebogen... denn du hast Erinnerungen in mir wach gerufen, die schon lange vergraben waren und mir bewußt gemacht, wie viel Mühe sich damals meine Eltern mit uns gegeben haben... frohe Weihnachten wünsche ich dir!

Danke, das wünsche ich Dir auch.
Ich schätze, in meinem Adventskalender wurden in vielen Herzen und Köpfen Erinnerungen wach. Manche ließen uns lächeln und schmunzeln, manche machten uns traurig und wehmütig.
Big Mama fragte neulich in einem Kommentar: Wieso ist man zu dieser Zeit immer so nah am Wasser gebaut? Ich weiß es auch nicht, aber Du stehst nicht alleine da mit Deinem Kloß im Hals und den Tränen in den Augen!

So will ich auch das letzte Weihnachtsstöffchen zeigen:


Und weil heute irgendwie ein besonderer Tag ist, vielleicht eine Art Abschlußtag, gibt´s noch dieses wunderschöne Gedicht... ein bischen lang, aber einfach nur schön.

Ans Christkind

Warum bist Du auf diese Welt,
o Kind, so klein gekommen?
Hast nicht wie als großer Held,
ein gülden Schwert genommen.
Warum in Windeln und in Stroh,
läßt Du so klein Dich betten?
Ist das denn besser, schöner so,
als Samt und Perlenketten?

O kämest Du wohl hoch zu Roß,
auf Schimmel oder Rappen,
in einem sonnenhellen Troß,
von Rittern und von Knappen.
Dann beugten sich wohl tief vor Dir,
die allersteifsten Rücken,
doch so ein Kind - ich zweifle schier,
ob sie noch gern sich bücken?

Als sesselhohes Büblein hab
ich mich umsonst beraten,
nun bin ich schon ein kluger Knab´
und hab es, glaub´s, erraten.
Denn kämest Du in Glanz daher,
ein König oder Kaiser,
ach, das erschreckte uns gar sehr,
da kommst Du lieber leiser.

Da kommst Du lieber klein und schwach,
in einem dünnen Windlein,
und kaum beschirmt vom Hüttendach,
fast wie ein Bettelkindlein.
Daß sich der allerärmste Mann
Dir nahe ohne Zaudern,
und daß das dümmste Bübchen kann,
mit Dir vom Himmel plaudern.

Und darum kommst Du wie ein Kind,
daß auch die großen Leute,
die hoch und stolz wie Bäume sind,
zum Kinde werden heute.
Ja, jeder werde unschuldvoll,
wie in den ersten Jahren,
beim neugebornen Heiland soll
er Neugeburt erfahren.

Und fürchte keiner, daß er klein
und schwach für´s Leben werde,
hat nicht das Christkind ganz allein,
besiegt ringsum die Erde?
O Heiland in Mariens Schoß,
heut lehre uns erkennen,
daß nichts so heilig ist und groß,
als sich Dein Kind zu nennen!

Heinrich Federer

 


Freitag, 21. Dezember 2012

zwischendurch

Es sind ein paar neue Sterne fertig, die anderen muß ich nochmal aufmachen, da scheint das Maß des Mittelteiles nicht zu stimmen. Auch bei diesen, den großen, ist es nicht perfekt, irgendwie wölbt sich die Mitte nach oben. Ob ich das auftrenne, weiß ich noch nicht.






21. Türchen

O, der 21. Dezember, da kam mein Kind Nr. 2 zur Welt. Ein guter Tag! Geh´ auf, liebes Türchen...


Die heutige Weihnachtserinnerung stammt von Petra.

Petra, geboren 1957.

Was gab es an Heiligabend immer zu essen?
Es gab Hähnchen mit Brötchen. Uns Kindern wäre ein Brot lieber gewesen. Erst das Braten, dann wurde gegessen, die Küche aufgeräumt, dann ging Mama erstmal ins Bad und machte sich frisch, das hat alles gedauert... Mit Brot, wie jeden Abend, wären wir schneller gewesen.

Erzähle von Eurem Baum!
Der Baum wurde zwei Tage vor Heiligabend geholt und auf der Terrasse aufbewahrt. Am 24. Dezember holte mein Vater ihn ins Wohnzimmer, wo er ihn dann auch geschmückt hat. Mit viel silbernen und wenig bunten Kugeln. Und natürlich silbernes Lametta, ich hasse heute Lametta. Auf der Tannenspitze wurde eine dafür passende Kugel gesteckt. Der Baum sah jedes Jahr gleich aus, es ging auch so gut wie nie was kaputt, da meine Eltern den Baumschmuck sehr vorsichtig behandelten. Unter dem Baum wurden die bunten Teller mit Süßigkeiten gestellt. Für jede Person einen, wobei der der Eltern irgendwie nicht leer werden wollte. Da haben dann mein Bruder und ich heimlich etwas nachgeholfen. In der ersten Januarwoche wurde der Baum dann leider schon abgeschmückt und entsorgt. Meine Mutter wollte ihn vor dem Nadeln aus dem Wohnzimmer haben. Und dann fing das große Staubsaugen an.

Kam zu euch der Weihnachtsmann oder das Christkind?
Es kam das Christkind.

Wie lief die Bescherung ab?
Die komplette Familie saß nach dem Waschritual meiner Mutter, ich muß jetzt aber lachen, in der Küche. Papa sagte dann, er wolle mal nachsehen, ob das Christkind schon da war. Also ging er ins Wohnzimmer und läutete kurz darauf mit dem Glöckchen. Dann kam er zurück in die Küche und holte meine Mutter, Bruder und mich ab, um ins Wohnzimmer zu gehen. Dort war nur der Tannenbaum mit dicken, häßlichen, elektrischen Kerzen an. Alle andere Zimmerbeleuchtung war aus. Unter dem Baum die bunten Teller und auf dem Fußboden lagen die eingepackten Geschenke.

An welches Weihnachten erinnerst du dich am besten?
Ich war 16 Jahre alt, da fuhr ich mit Mama in die Stadt, ein Weihnachtsgeschenk für Papa zu kaufen. Es wurde ein Fingerring in einer braunen Schachtel. Am heiligen Abend kam dann die Bescherung, alle hatten ihr Geschenk bereits ausgepackt, nur ich hatte nichts. Hatte wohl aus Versehen den Ring für meinen Papa ausgepackt, aber nicht in die Schachtel geschaut und ihn ihm zugeschoben. Ich war sehr enttäuscht, ich fand nichts für mich. Bis meine Mama mir die kleine braune Schachtel zurück gab, sie hatte nicht nur den Ring für meinen Papa gekauft, nee, auch einen für mich. Auch in einer kleinen, braunen Schachtel. O, war ich da happy, ein Ring mit zwei kleinen, grünen Steinen. Ob die echt waren weiß ich nicht, kann ich mir nicht vorstellen, denn viel Geld hatten meine Eltern nicht. Den Ring habe ich heute noch, nur paßt er leider nicht mehr.

Was war das schönste Geschenk bislang?
Das war eine Puppe, das Schlummerle von der Firma Schildkröt.

Was war dein Lieblingsweihnachtslied?
Macht hoch die Tür,...

Hast du immernoch das gleiche Lieblingsweihnachtslied?
Ja.

Was kochst du heute an Heiligabend?
Pute mit Rotkohl und Klössen. Meine Schwester mit Familie ist dann bei uns und das ist ihr Lieblingsessen.

Was würdest du gerne vom damaligen ins heutige Weihnachten mitnehmen?
Die Ruhe und Besinnlichkeit, heute ist man viel zu hektisch. Und die Geschenke, ich finde es viel zu hoch im Preis/Wert geschenkt.

Was für ein Geschenk ist bis dato unerfüllt geblieben?
Meine Eltern hatten nicht viel Geld, aber haben versucht, kleine Wünsche zu erfüllen. Das ist ihnen immer gelungen. Also blieb auch nichts unerfüllt.

Möchtest du uns sonst noch was sagen?
Abschließend kann ich nur sagen: Für uns Kinder haben die Eltern ein sehr schönes Weihnachtsfest bereitet. Ich habe versucht, dieses mit in meine eigene Familie mitzunehmen.

Danke, Petra, das war sehr schön.

Und jetzt ein Stöffchen:


Eine kleine Lebensweisheit habe ich auch noch für Euch:

Die wahre Stärke eines Menschen sieht man nicht an den Muskeln,
sondern wie er hinter dir steht!

Und von der lieben anngles noch ein Bratapfelkuchenrezept:

Zutaten Teig:
250 gr Mehl
100 gr Zucker
1 Ei
1/2 Päckchen Backpulver
150 gr Butter/Margarine

Aus den Zutaten einen Teig kneten und ca. 30 min. kalt stellen. Inzwischen 50 gr Rosinen in 2 EL Rum oder Apfelsaft einweichen. 12 säuerliche kleine Äpfel entkernen und schälen. Eine 26er Springform mit Backpapier auslegen, den Teig in die Form geben und ca. 2 cm Rand andrücken. Die Äpfel in die Form setzen und mit Rosinen füllen. Eine Packung Vanillepudding mit 125 ml Sahne anrühren und in weiteren 125 ml Sahne mit einem Tütchen Vanillezucker und 125 gr Zucker aufkochen. Diesen Pudding über die Äpfel geben, bei 175 Grad E-Herd ca. 60 min. backen. Kann kurz vor Backende noch mit Mandelblättchen bestreut werden. Ganz wichtig ist, der Kuchen sollte noch 24 Stunden ruhen. So kann er sein volles Aroma entwickeln. Es lohnt sich zu warten!

Danke anngles, ich rieche ihn schon....!