Der gestrige Post hat einige Fragen bei meinen Leserinnen aufgeworfen und diese möchte ich heute gerne beantworten.
Stören nicht die vielen Fäden beim Quilten?
Doch, sehr sogar!
Erklärung, warum ich überhaupt so viele Fäden obenauf liegen habe:
Manchmal ist es mir möglich und ich kann von Motiv zu Motiv wandern während des Quiltens. Das mag ich dann sehr, weil es eine große Zeitersparnis ist und nicht nur das, es spart auch eine Menge Garn. Aber manches mal ist es einfach schöner, wenn ein Quiltmuster unterbrochen wird, vielleicht weil es einen Rahmen darstellt, wie jetzt bei dem Applikationsquilt. Oder man möchte das Garn wechseln. Und bei jeder Unterbrechnung habe ich die Fäden obenauf liegen, machmal gefühlte Millionen und sie sind natürlich im Weg beim Quilten, man muß sie sich wegwischen, wegdrehen, manchmal festhalten. Und wenn es ganz schlecht kommt, reißt auch schon mal ein Faden.
Wie vernähst du deine Fäden?
Immer mit der Hand!
Erklärung: Generell gibt es mind. drei Vernähvarianten bzw. Arten des Fadenanfangs und -endes. Zu allen Varianten habe ich ein
Video auf meine Homepage eingestellt. Meine Stimme und Dialekt klingen einfach schrecklich, aber hier geht es ja um den Inhalt und mehr nicht.
Ich selbst vernähe alle (!) Fäden generell mit der Hand. Zum einen, weil es mir am besten optisch gefällt, zum anderen weil ich mir das bei einer amerikanischen Longarmquilterin abgeschaut habe. Und wenn die Profis das so machen, warum soll ich das nicht übernehmen?
Ein paar Fotos zur Veranschaulichung:
Der Anfang ist für alle gleich:
Ich jedoch hole mir den Unterfaden immer hoch, halte ihn dann fest beim Losquilten und vermeide dadurch Fadennester auf der Unterseite! Wie man den Faden hoch holt, zeigen ebenfalls meine kleinen Videos.
Wenn ich vernähe wie wir es alle kennen, also vor und zurück, dann sieht das so aus wie auf dem Foto. Bei einer geraden Naht ist das vielleicht okay, aber hübsch finde ich das nicht wirklich.
Benutze ich den Fadenabschneider am Ende (macht ja weniger Arbeit), bleibt hinten immer dieser Restfaden stehen. Das finde ich überhaupt nicht schön.
Lasse ich den Unterfaden unten und vernähe punktuell, sieht es dann so aus: der Unterfaden schaut ein kleines bisschen oben heraus, warum auch immer. So finde ich das auch nicht wirklich gut.
Vernähe ich punktuell (also an Ort und Stelle zwei, drei, vier Stiche immer ins gleiche Loch) und habe beide Fäden oben, dann sieht es so aus wie auf dem Foto unten. Aber auch hier würde ich nicht direkt den Fadenabschneiden, denn das Risiko, daß die Naht aufgeht, wäre mir viel zu hoch.
So, jetzt wißt Ihr, wieso ich das so und nicht anders mache.
Natürlich ist das eine Menge Arbeit, aber für mich ist es die einzig akzeptable Weise. Es ist aber nicht der richtige Weg, oder der beste oder der schönste, es ist MEIN Weg, den ich für gut heiße, andere sehen das sicherlich anders. Wie auch immer Ihr es macht oder in Zukunft machen werdet, es heißt:
bleibt dran!