Eigentlich wollte ich den Titel heute
"Vom Müll, von Resten und der Lebenszeit"
nennen, aber das war zu lang.
Heute bekommt Ihr mal ein bisschen mehr Text, vielleicht ist das an einem Sonntag okay und Ihr habt die Muße und lest mit, ich würde mich freuen.
Gestern zeigte ich diese Schnipsel, Ihr erinnert Euch?
Einige Blogleserinnen meinten, ich solle sie aufheben und was Tolles daraus nähen und um ehrlich zu sein, darüber dachte ich auch nach! Klar, die Schnipsel sind groß genug, um eines Tages Applikationsbeeren daraus zu machen, oder einen vorgeschlagenen Miniquilt oder oder oder.
Aber das obige Foto zeigt das bisschen, was ich tatsächlich aufgehoben habe und zwar soll es mir dienen als Nähmäuschen, also hier und da als Nähanfang.
Eine Schade, denken jetzt bestimmt viele unter Euch, sowas nicht aufzuheben. Verschwendung, denken vielleicht andere. Und ja, mag sein, aber Hand auf´s Herz:
Ich kann niemals in meinem Leben alle Stoffe, die ich besitze, vernähen!!!!!!!!!!!! Nie!!!!!!
Natürlich habe ich in der Vergangenheit auch alles aufgehoben, guckt:
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ein minimaler Auszug |
Ich dachte immer, für meine Bilderquilts brauche ich einfach alles.
Jaja, wieviele Bilderquilts mache ich? Und wie groß sind sie? Beim letzten (noch unfertigen) Vulkanquilt habe ich nur große Stücke verbraucht, da halfen keine Schnipsel.
Und nochmal Hand auf´s Herz: Wieviel nähe ich überhaupt? Wann komme ich denn groß dazu?
Ich habe Schnipsel in blau und allen anderen Farben auch.
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blau, hellblau, dunkelblau, kleine Fitzel, große Stücke.... |
Meist greife ich eh zu den neusten Stoffen, weil sie oftmals Geschenke sind oder auch dem heutigen Geschmack mehr entsprechen. Kennt Ihr das nicht auch?
Bei mir türmen sich nicht nur die schön sortierten Stapel größerer Stücke, es türmen sich schief und fast umfallend vor allem die Reste und Streifen und und und.
Und da soll noch mehr dazu?
Alte Blöcke, Vliesreste, Weißwäsche, Jersey...
Und da zeige ich noch nicht mal die 3 Kisten, die im Wohnzimmer stehen. Im Wohnzimmer!!!!
In den Schuhkartons lagern ebenfalls kleine Stoffteile für ein Projekt, das ich unbedingt machen wollte und das seit Jahren. Nie wieder daran gearbeitet.
Ganz abgesehen von diesen Stoffen (das war ja alles nur die Spitze des Eisberges), die meine Privatstoffe sind, habe ich natürlich auch noch Stoffe für mein Gewerbe, nicht die für meinen Shop, sondern die für mein Gewerbe. Daraus entstanden war Belle und der Vulkan, der Michelquilt und viele mehr.
Ich zeige nicht die Stapel an Zeitschriften, die Stofffarben, die Anleitungen, die Sticksachen, die Bekleidungsstoffe (davon steht oben auf dem Dachboden auch eine riesige Kiste voll), den Krimskrams wie Pailetten, Knöpfe etc.
Wann soll ich das jemals vernähen?
Ich werde mir immer wieder Stoffe und so´n Zeug dazukaufen, ganz klar, aber ich werde mich von dem Gedanken befreien, alles und jeden Pups aufzuheben, was stöfflich ist. Diese "Last", jeden Schnipsel noch zu verarbeiten, wird mich eines Tages in die Knie zwingen und dabei habe ich so unglaublich schöne Stoffe hier liegen, die regelrecht nach mir rufen: "Komm´, schneide mich an und vernähe, bemale oder bequilte mich!!!!"
Soll ich mich da mit Schnipseln herumärgern?
Nein, das mache ich nicht mehr. Irgendwann wird es zur Last und davon befreie ich mich seit gestern. Wären die Schnipsel vom ersten Foto Quadrate gewesen, ich hätte sie aufgehoben, ganz bestimmt. Aber keine Dreiecke! Ich werde sie auch nicht zusammennähen, in dieser Zeit habe ich besseres zu tun. Und wenn es das Nichtstun ist.
Ich werde heute weiter ausmisten, entstauben, wegwerfen, mich trennen, rigoros sein, mich gnädig erweisen (okay, du darfst bleiben), umstrukturieren, Platz machen und Luft holen. Ich werde es auch nicht für andere aufheben und irgendwo lagern, denn den spärlichen Platz brauchen wir, denn wir sind vier und haben lediglich 76 qm zur Verfügung und ca. 13 qm davon sind mein Atelier.
Ich habe gestern schon angefangen und brauchte den ganzen Nachmittag. Viele Stunden habe ich aussortiert und teilweise meiner Nachbarin gegen, soll sie die ollen Zeitschriften durchforsten, ich habe die "guten" aufgehoben.
Und guckt Euch das mal an:
Hatte ich das nicht erst vor ein paar Monaten schon gemacht?
Und das hier....
... rechts der Stapel, das sind tatsächlich aussortierte Anleitungen, die ich über Jahre in geistiger Umnachtung ausdruckte. Vor Jahren sammelte ich alles an Anleitungen, was das Netz her gab. Völlig gaga. Links der Stapel sind die frei gewordenen Folien, in denen die Anleitungen aufbewahrt waren (zwei pro Folie).
Räumlich habe ich klar Schiff gemacht, meine Stoffe habe ich noch nicht berührt, das mache ich heute. Schaut doch mega aus, oder?
Ich habe Wolle nun auf dem Dachboden, nur noch gute Anleitungen hier, die ich sicherlich irgendwann einmal nachnähe, Bücher alle zusammen in dem einen, Malsachen in dem anderen Regal und überhaupt, ich habe echt Luft, nicht Platz, Luft! Wunderbar.
Ich brauche keine Stoffdiät, ich brauche kein Stoffkaufverbot, ich brauche dies: ich-befreie-mich-vom-Aufhebzwang.
Auf sinnvolles und maßvolles Trennen!