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Samstag, 23. März 2013

Frauenrechtsquilt # 30

Mit dem heutigen Frauenblock Nr. 30 möchte ich mich nun von diesem Quilt verabschieden, es wird meinerseits keine weiteren Blöcke mehr geben. Es ist nicht so, daß ich keine Themen hätte, aber wißt Ihr was das allerschlimmste ist, was mir bei solchen Sachen passieren kann? Daß mir die Näharbeit daran lästig wird. Es tut mir leid, aber ich werde das Gefühl nicht los, daß sich alles zieht wie ein schlecht geschriebenes Buch. 49 Blöcke, das ist definitiv zuviel. Entschuldigt, wenn ich die Ein oder Andere nun enttäusche und viele Themen nicht besprochen wurden, die es nötig hätten erwähnt zu werden und auch viele Menschen aus meinem privaten Umfeld blieben bislang unbenannt, dafür bitte ich um Verzeihung.

Genug geredet, jetzt will ich einfach nur den Block Nr. 30 beschreiben. Von Anfang an war mir klar, daß "mein" Frauenrechtsquilt so "enden" würde...

Den letzten Block widme ich den Männern!

Nachdem ich jetzt so viel über Frauen, Frauengruppen und Frauenmassen sprach, nachdem ich sehr oft mahnend den Finger hob und auch darauf aufmerksam machte, wie schnell und häufig Frauen immernoch Opfer werden, komme ich nicht drumherum, auch die andere Seite zu erwähnen, denn

... wir haben alle einen Papa.

Es gibt vielleicht viele "böse" Männer da draußen, aber kein einziger Mann ist NUR böse, auch er hat vielleicht ein Kind abends im Arm und wiegt es in den Schlaf.

Dieser Block ist für unsere Väter, denn ohne sie wären wir auch nicht.
Für unsere Großväter.
Für unsere Brüder.
Für unsere Onkels.
Für unsere Ehemänner.
Für unsere Freunde.
Für unsere Lehrer.
Für unsere Ärzte, für unsere Nationalmannschaft, für unsere Bestatter, für Jesus, für unsere Bergarbeiter, für unsere Männer, die in gefährlichen Situationen oder an gefahrvollen Orten arbeiten, für die Seenotretter, für die Liebhaber, für die Modeschöpfer, für die Astronauten, für die Traummänner, für die erste Liebe...

... für die, die uns täglich unterstützen und nicht belächeln...

... und für meinen Mann.





Samstag, 16. März 2013

Frauenrechtsquilt # 29

Der heutige Post ist einer bestimmten Person gewidmet...

... für Erna, meine verstorbene Schwiegermutter.

Was ich über diese Frau weiß ich nicht viel, ob ich auch alles so richtig wiedergeben kann weiß ich auch nicht, aber ein kleines bischen hat sie ja auch in meinem Leben Spuren hinterlassen und von diesen will ich Euch erzählen.

Erna starb mit 90 Jahren und sah auf ein bewegtes Leben zurück. Sie durfte ihren wunderbar großen und runden Geburtstag mit ganz vielen lieben Menschen verbringen, was allen das Loslassen erleichtert hat, denn ich glaube, alle denken, sie ist glücklich gestorben. Ich denke so auch. Es war eine nette Nachmittagsfeier bei ihr im Heim mit leckerem Kuchen, wunderbaren Geschenken und natürlich war auch der Pfarrer da, der ihr einen Handschmeichler schenkte. Wißt Ihr was das ist? In diesem Fall ist es ein ganz eben geschliffenes Holzkreuz, liegt wunderbar in der Hand, da es "krumm" geschnitzt wurde. Heute hat mein Mann dieses Kreuz.

Ich lernte Erna vor 12 Jahren kennen. Damals war sie noch richtig voller Energie und sie war energisch...!!! Sie nahm kein Blatt vor dem Mund, sie konnte böse werden und man erzählte mir, daß ihre Mutter noch viel schlimmer war und den Namen Feldwebel trug.
Sie muß ja irgendwann in den 1920ern geboren sein und hat den zweiten Weltkrieg voll miterlebt. Sie erzählte mir, daß sie damals in Hamburg war und daß es so gar nicht leicht war, zumal sie einen Sohn und ein Baby hatte und auch eine Mutter, um die sie sich kümmern mußte.
Später wurden es dann vier Söhne, alle von einem Mann, von dem ich so gar nichts weiß, außer - wenn ich mich nicht irre - daß er Schuster war. Sie hatten ein eigenes Geschäft und viel zu früh verstarb er und da stand sie nun mit ihren vier Söhnen und einem Geschäft, welches sie nicht führen konnte.
Sie erzählte eines Tages von diesem Mann, der ihr eine starke Stütze war in dieser Zeit und für sie und die Jungs da war und wohl auch für gewisse Zeit für das Geschäft. Sie sprach von ihm sehr rührend und wie gerne hätte sie gewußt, was aus ihm geworden ist, aber da konnten wir leider nicht helfen. Die lange Zeit ließ Namen verschwinden wie Schall und Rauch und ihre Erinnerungen waren zu wenig oder die Spuren nicht tief genug.
Dann lernte sie Hans kennen, ihren zweiten Mann, mit dem sie bis zum Schluß lebte, bis sein Tod ihr Band auf Erden löste. Das war ein paar Jahre vor ihrem eigenen Gehen. Mit Hans hatte sie keine Kinder, sie lernten sich erst so spät kennen, da bekam man keine Kinder mehr. Aber sie nahmen einen Pflegesohn auf und erzogen ihn mit ihrer Liebe und Geborgenheit, als wäre es ihr eigener Sohn: meinen Mann. Sie haben ihn zu einem gutmütigen, großzügigen und fleißigen Mann heranwachsen lassen, so weiß nun jeder, wie sie selbst gewesen sind.
Erna verlor niemals ihre spitze Zunge, ihren Dickschädel und ihren Eigensinn. Aber je älter ich werde, desto mehr verstehe ich, daß wir alle doch nur die Summe sind aus dem, was man uns gegeben und genommen hat. Sie hatte es nicht leicht mit vier Söhnen plus Pflegesohn, Geldmangel war an der Tagesordnung. Sie kamen zurecht, manchmal besser, oft schlecht.
Die letzten beiden Jahre lebte sie im Seniorenheim, freiwillig und es ging ihr sehr gut. Sie war beliebt, sie war Vermittlerin zwischen Heiminsassen (wie das klingt) und Heimleitung, rauchte und schätzte meine Handarbeiten immer sehr.

Eines Tages brannte aber neben dem Eingang auch ihre Kerze...

... für Erna!




Montag, 11. März 2013

Frauenrechtsquilt # 28

Das heutige Thema dachte ich ursprünglich als US-amerikanisches Thema zu machen, aber alleine der Aufruf bei Google ließ mich ganz schnell anders denken.

Block Nr. 28 widme ich den Sklavinnen dieser Welt!

Wenn IHR das Wort Sklavin hört, an was denkt Ihr da?
Kommen da Assoziationen vor wie Südstaaten der USA? Bürgerkrieg? Sado-maso vielleicht auch? Lack und Leder und Peitsche? Harem? Orient?

Da wollen wir doch mal schauen, was das Thema so her gibt....

Beginnen wir mit den USA:
Lt. Wiki gab es 1776 runde 460.000 Sklaven!!! Zu diesem Zeitpunkt wurde allerdings durch die Nordstaaten bereits die Sklaverei aufgelöst, was jedoch ein langwieriger und nicht leichter Prozeß war. Waren die Sklaven doch nötig für die Wirtschaft der Südstaaten und 1865, als dann die Sklaverei endgültig abgeschafft war, waren die Sklaven auf mehr als 4 Millionen angewachsen!!!
Wenn nur jeder 4. Sklave eine Frau/Mädchen war, dann waren das alleine schon 1 Mio.!
Sklavinnen wurden gehalten wie leibeigene Huren, auch wenn sie mit einem Mann verheiratet waren.

Der 23. August ist als Gedenktag der Sklaverei gewählt worden, weil vom 22. auf den 23. August 1791 auf dem heutigen Haiti ein Sklavenaufstand stattfand, der als wichtiger Schritt für dessen Abschaffung gilt.

Es gab aber schon viel, viel früher Sklaven, so in der Antike. Im römischen Reich und in Griechenland hielt man sich Sklaven, meist waren er Menschen aus eroberten Ländern. Sie hatte keinerlei Rechte und wurden überall eingesetzt und vererbten ihren Status als Sklave gleich an die nächste Generation weiter.

Und jetzt?
Jetzt will ich mit Euch zurück in die heutige Zeit gehen, wo weltweit die Sklaverei abgeschafft und verboten ist. Wie hier nachzulesen ist, gibt es heute immernoch weltweit ca. 27 Millionen Menschen, die als Sklave oder in sklavenähnlichen Verhältnissen leben müssen. Kinderarbeit, Kindersoldaten, Zwangsprostitution... dort will ich weiter recherchieren.

Was ich im weltweiten Netz zu lesen bekomme, ist schon wirklich unfaßbar.
Da ist die Rede von Kindersklaven und man spricht von denen, die für ihre Eltern und Familie arbeiten gehen müssen, ob in Steinbrüchen, auf Teeplantagen, Edelsteinschleifereien oder woanders. Sie müssen mitarbeiten, damit die Familie was zu essen hat oder gar die Schulden ihrer Eltern begleichen. Da spricht man von Mädchen, die verkauft werden und was ihnen widerfährt ist nicht wiederholungsnötig. Wir sind kreative Menschen mit Fantasie und sind Frauen, wir können es uns sehr gut vorstellen.

Da gibt es aber noch die moderne Sklaverei mitten in Europa!
Frauen aus armen Ländern, die z.B. ihre Familie und Kinder für geplante drei Monate verlassen, um hier in Deutschland gutes Geld zu verdienen, daß sie dann nach Hause schicken. Sie hoffen, daß sie nach drei Monaten genug zusammen haben, damit es ihnen in der Heimat besser geht. Sie arbeiten illegal hier, sind oft nicht angemeldet, nicht krankenversichert, haben da zu sein 24 Stunden, müssen vielleicht jemanden pflegen und Kinder hüten, dabei den Haushalt schmeißen und den Mund halten, sich nicht verraten. Sie tun alles, sie müssen es tun, sonst schickt man sie nach Hause und das vielleicht noch ohne Lohn. Und zuhause warten die Kinder oder die kranke Mutter, für deren Operation sie doch hier das Geld verdienen möchten.

So gibt es millionen Schicksale dieser Art weltweit und es hört nicht auf. Früher hat man die Besiegten versklavt, heute die Armen und Ungebildeten. Und aus dieser Spirale gibt es kaum ein Entkommen.

Wir haben es gut und leben recht wohlhabend in Deutschland. Selbst der ärmste Mensch hat es hier noch besser als anderswo auf dieser Welt. Und der Mittelstand ist reich, wenn man mal den Mittelstand in anderen Ländern betrachtet, insofern es dort überhaupt einen Mittelstand noch gibt. Die Kluft ist Schuld, die Gier nach mehr und die Skrupellosigkeit vieler. Aber auch wir, jeder einzelne, ist Teil davon, denn Geiz ist geil und kik ist nur um die Ecke. Da ist´s egal, ob die Jeans beim Bügeln nach Chemie stinkt und von Kinderhand bestickt wurde, auch der rüstige Herr kommt fröhlich und verjüngt aus seinem Thailandurlaub zurück und bei Goodbye Deutschland sieht man ganz wunderbar zwei deutsche Volldeppen die meinen, daß die "Ostblockfrauen" tatsächlich noch auf den reichen Westmann warten, der als Hartz IV-Empfänger und Pseudoschnulzensänger fettleibig und proletenhaft auf Frauensuche geht, wunders meint, was er für´n toller Hecht sei. Zum Glück fiel keine einzige auf sie herein und so wird es Zeit, daß auch der Rest der Welt sich auflehnt und Ausbeutung und moderner Sklaverei die Stirn bietet.

Die Stoffwahl traf ich derart, weil es scheinbar nicht nur schwarzweiß gibt, sondern auch eine große Grauzone. 

Für die Sklavinnen von gestern und von heute!




Samstag, 2. März 2013

Frauenrechtsquilt # 27

Heute ist Block Nr. 27 veröffentlicht worden und ich schaue auf meine Liste und sehe, wem ich diesen widmen will und weiß, dafür brauche ich nicht recherchieren:

Block Nr. 27 widme ich all den Frauen, die den Kranken und Schwachen, den Sterbenden und den Hilflosen zur Seite stehen.

Diesen Block widme ich mal nicht denen, denen man täglich irgendwo begegnet, die in ihren kleinen weißen Flitzern durch die Lande fahren und bei alten oder kranken Menschen nach dem Rechten sehen, ihnen die Haare kämmen, die Fenster putzen und beim Duschen unter die Arme greifen. Ihnen gilt mein großer Respekt und ich sage danke, sie sind jedoch nicht gemeint.

Ich widme den Frauen den Block, die die wirkliche Drecksarbeit erledigen oder die allerschwersten Stunden eines Menschen miterleben.

Da möchte ich die Altenpflegerin nennen, die vielleicht einer alten Person beim Essen helfen muß, den Brei zurückstopfen muß, weil die Kontrolle über die Lippen und das Schlucken nicht mehr so funktioniert. Die vielleicht auch mal Verschlucktes aus dem Rachen holen muß und eine vollgeschissene Windel zu wechseln hat.

Ihr Lieben, tut mir leid, aber dies ist der Post der klaren Worte!

Ich rede von den Frauen, die die Bettpfannen leeren müssen und Gebisse aus Erbrochenem rausholen müssen. Ich reden von den Frauen, die die Menschen in ihren schwächsten Momenten erleben und zwar dann, wenn sie wirklich hilflos und jammernd da liegen und einen so sehr brauchen, daß man sich klein und schrecklich fühlt. Sie, die vielleicht das 20. mal das Kissen aufschütteln muß und zum 8. mal den Katheder wechselt. Oder die Frau, die den Betrunkenen und blutverschmierten Notfall ausziehen muß und er stinkt, als hätte er sich zwei Wochen nicht gewaschen und dabei kotzt er sie auch noch an.

Ich rede auch von denen, die auf der Intensivstation arbeiten und (so wurde es mir von einem Paar erzählt) die Physiotherapie machen müssen, weil sich die Menschen wund legen und der Kreislauf ganz unten ist, die Muskeln schwach werden, die Menschen künstlich beatmet sind.

Ich rede von den Frauen, die auf der Kinderstation einer Krebsabteilung arbeiten und all das Jammern und Weinen, das Elend und den Schmerz miterleben müssen und Abstand brauchen von etwas, was einem wohl die größte Angst macht.

Ich rede auch von den Frauen, die den letzten Weg mit einem gehen. Die einem die Hand halten und lächeln. Die voller Respekt den Tod mit einem erwarten und einem die Möglichkeit geben, diesen ohne Schmerz und mit einer Portion Hoffnung empfangen und erleben. Die, die am Ende eines Lebens eine Kerze entzünden als Zeichen dafür, daß man da war und nun den Weg ins nächste was-auch-immer erleuchten.

Ich rede von denen, die diesen letzten Weg mit den Kleinsten gehen.

Und all denen, die uns vollgeschissen, stinkend, schwach, blutend, heulend und jammernd, mit und ohne Zähne, nackt und schwach, krank oder zum Tode geweiht sehen und uns dennoch so viel Respekt entgegen bringen, daß wir ihn nicht vor uns selbst verlieren!!!

Ihnen sei dieser Block gewidmet und mein großer Dank noch obendrein.

Für die helfenden Hände!



Sonntag, 24. Februar 2013

Frauenrechtsquilt # 26

Wie schon diese Woche erwähnt, geht es nun doch weiter mit meinen Frauenblöcken und auch den entsprechenden Widmungen, die heutige ist für:

die Frauen und Mädchen, die Opfer einer Zwangsheirat werden/wurden.

Wann ist eine Ehe eine Zwangsehe?
Wikipedia sagt hier (Zitat):
"Eine Zwangsheirat liegt vor, wenn Braut oder Bräutigam die Ehe nicht aus freiem Willen eingehen. Die davon abzugrenzende arrangierte Heirat wird zwar von Verwandten initiiert oder von Ehevermittlern arrangiert, aber meist im Einverständnis der Ehepartner geschlossen. Die Kinderheirat wird ebenfalls als Zwangsehe angesehen, da sie vor dem Erreichen der Ehemündigkeit beider Ehepartner abgeschlossen wird."

Okay, so lassen wir mal das Thema arrangierte Heirat wegfallen und auch Kinderheirat, das ist nochmal was anderes (finde ich) und wäre eigentlich schon ein eigenes Thema wert, aber - wie immer - muß man Grenzen ziehen und sich besinnen auf ein Thema oder besser gesagt auf einen kleinen Raum eines großen Themas.

Im Netz finde ich die Geschichte einer Afghanin (Anmerkung: das Thema Afghanistan und verschleierte Frauen etc. wird zu einem anderen Zeitpunkt genauer unter die Lupe genommen, mit einem eigenen Block!), die von ihrem Bruder "verheiratet" wurde, weil er Spielschulden hatte und sie diese durch eine Heirat abgegolten hatte. So war die Familie nicht nur die Spielschulden los, sondern hatte auch einen Esser weniger, was den Alltag um einiges erleichterte.
Von ihrer angeheirateten Familie wollte man sie zur Prostitution zwingen, folterte und mißhandelte sie, die körperlichen Schäden will ich Euch ersparen und sie war in einem schlechten Zustand, als Polizisten sie aus einem Kellerloch herausgeholt hatten.

Bei Terre des Femmes wird von einer britischen Studie erzählt und dem erstaunlichen Ergebnis, daß in 2008 ca. 8.000 Menschen Opfer einer solchen Zwangsheirat wurden. Wenn die Briten Paare zählen, sind das immerhin noch 4.000 Frauen, die in Groß Britannien im Jahr 2008 zwangsverheiratet wurden. Was ist das für eine Zahl? Das wären von 2008 bis Ende letzten Jahres ganze 20.000 Frauen!

Geht man zu einer Seite, wo Fragen bzgl. des Korans beantwortet werden, so steht dort ausdrücklich, daß eine Zwangsehe nicht erlaubt ist. Jetzt kann man kopfschüttelnd sagen: "Jaja, da kann viel stehen!", aber ich erlaube mir an dieser Stelle kein Urteil, wer sich aber gerne schlau lesen möchte, kann dies hier tun.

Ich möchte an dieser Stelle darauf hinweisen, daß ich keinerlei Aussagen für oder gegen irgendwelche religiösen Glaubensrichtungen mache. Es steht mir weder zu, noch bin ich bewandert genug, hier fundiertes Wissen in die Waagschale zu werfen. Keine Religion ist in meinen Augen besser als die andere, aber um Gewalt und Unrecht zu sehen, dafür braucht es kein Theologiestudium und auch nicht das Wissen um irgendwelcher Suren, Gebetsbüchern oder was auch immer.

Es scheint aber so zu sein, daß in den islamistisch geprägten Ländern Zwangsheiraten häufiger auftreten als sonstwo. So könnte man an dieser Stelle fragen: "Was geht´s uns an?" Richtig, könnte man. Und man könnte antworten: "Eigentlich nichts." Eigentlich! Und  uneigentlich? Hier kann man folgende Zahlen nachlesen:

Von 100% aus dieser Studie stammen 31,8% aus Deutschland, die zwangsverheiratet wurden! Aus der Türkei sind es 23,3%. Wie kann das denn sein? Es sind in Deutschland geborene Mädchen und Frauen, die jüngste von ihnen 9 Jahre, viele hatten einen deutschen Pass. Unter o.g. Link findet man noch mehr Information.

Noch mehr Links sind hier:

http://www.spiegel.de/thema/zwangsheirat/
http://www.zwangsheirat-saarland.de/
http://www.amnesty-frauen.de/Main/Zwangsheirat

Ich kenne keine zwangsverheiratete Frau, ich weiß allerdings auch nicht, ob man es mir erzählen würde. Aber Frauen aus Großstädten oder Schulen oder sonstigen Einrichtungen haben bestimmt Zugang zu diesen Kindern und Frauen und würden helfen, wissen aber nicht wie. Sie wissen vielleicht von der Gewalt, die diesen Kindern und Frauen droht. Sie wissen vielleicht auch um deren Auswegslosigkeit, aber es kann ihnen geholfen werden. Wer sich mal in dieses Thema verbissen hat erkennt, daß, auch wenn man ausbrechen kann, es nie wieder ein "normales" Leben geben kann. Diese Frauen haben Angst um ihr Leben und manche müssen auch damit bezahlen.

Es wird Zeit, daß sich da was ändert.

Für die Gezwungenen!




Mittwoch, 20. Februar 2013

Entscheidung

Heute habe ich Euch ein paar Dinge zu zeigen, aber zuerst das Thema zum Beitragstitel: "Entscheidung"

Bei mir steht ja eine Entscheidung noch aus und zwar die, ob ich beim Frauenrechtsquilt weitermache oder nicht. Jetzt würde ich gerne ein wenig von mir berichten, wer keine Lust zu lesen hat, scrollt einfach ein bischen runter.

Ich bin eine Frau, die eigentlich immer was zu sagen oder erzählen hat. Ich gebe auch ungefragt meinen Kommentar ab und meist habe ich auch eine Meinung. Mal sage ich sie unverblümt, ich kann aber auch diplomatisch sein (wenn ich will). Und der Frauenrechtsquilt - ich werde so manche von Euch jetzt vielleicht überraschen - interessiert mich vom Thema her überhaupt nicht. Frauenrecht ist so ein komisches Wort und irgendwie hat es einen merkwürdigen Beigeschmack und klingt nach Politik, Alice Schwarzer und Emanzen, die sich nicht mehr die Tür aufhalten lassen wollen und sich auch den Mantel alleine anziehen. Ich lasse mir aber gerne die Tür aufhalten und wenn man mir galant und gekonnt in den Mantel hilft, so finde ich das chic. Um aus diesem "Votes für women" auch für mich was Interessantes zu machen, kam ich damals auf die Idee der Widmungen und ich weiß von einigen, die da nachzogen.
Die Blöcke selbst finde ich nicht hübsch, ich bin keine traditionelle Patchworkerin und tu mich schwer mit den akkuraten Nähten und so´n Kram.
Für mich waren meine Geschichten dahinter das A und O. DAS war für mich toll, denn DAS war auch irgendwie ich. Ich mache nicht gerne das nach, was andere vorgeben, ich bin kein Mitläufertyp, ich muß immer auch mich in allem wiedererkennen. Meine Widmungen fand ich toll und das sie bei Euch größtenteils so gut ankamen, hat mich anfangs sehr überrascht und echt gefreut.
Ein Blog lebt jedoch auch von dem Miteinander und Füreinander. Wenn ich was zu sagen habe, weil es mich innerlich bewegt oder beschäftigt und es ist mir lediglich wichtig es gesagt zu haben, dann kann ich Tagebuch schreiben. Aber es ist etwas anderes, wenn man Resonanz braucht und ich brauche sie! Doch, ich brauche sie, sie ist für mich das, was der Applaus für einen Sänger ist und die Bestsellerliste für einen Autor. Aber Euch muß es auch so gehen, denn sonst hättet Ihr alle auch keinen Blog!!!!
Ich dachte mir nun, daß 25 Blöcke genug seien. Genug genäht, genug geredet und genug den Finger mahnend erhoben. Ich brauche keinen Frauenquilt, nur um über etwas zu berichten. Ich kann auch eine eigene Speakers-Corner aufmachen und z.B. jeden Samstag über ein freies Thema reden, da habe ich keine Probleme mit. Ich brauche keine Aufhänger. Ich war davon überzeugt, daß jetzt am Samstag mein Frauenrechtsquiltabschied erfolgt.

Und dann kamen Posts auf anderen Blogs und Kommentare auf meinen damaligen Beitrag und ich muß sagen, es freute mich zu lesen, daß viele doch wünschen, daß ich weitermache. Das fand ich richtig nett und versöhnte mich schon ein wenig mit der Idee, doch noch weiter zu machen.
Gestern erreichte mich dann Post und ich öffnete einen braunen, großen Umschlag. In einer Prospekthülle fand ich einen Brief und dahinter ausgedruckte Seiten. Die liebe Marianne hatte mir geschrieben... ich war sehr angetan von ihrem Aufwand und auch von der Idee, mir bislang zehn Frauenrechtsblöcke samt Text auszudrucken und diese mit dem Titelblatt zu versehen, als wäre es gebunden und für meine Töchter gemacht, schaut selbst:



Das fand ich richtig toll und, liebe Marianne, da kann ich jetzt nicht mehr aufhören! Ich werde also weitermachen... für meine Töchter... für Marianne... für all die, die mich baten nicht aufzuhören... für meine stillen Mitleser... für die, denen es wurscht ist wie´s weitergeht... für die Frauen... und für mich!

Und nun wieder zum Alltag:

Gestern habe ich unseren Pudel "frisiert". Er schwitzt so dolle unter seinem Pelz und muß noch einen Monat bis zum nächsten Friseurtermin warten, also nahm ich die Schere und schnipp, schnapp, alles ab. So selbstgemacht sieht´s auch aus.


Abends stricke ich mal Socken, mal an meinem geplanten Pulli, schaut, aus dieser Wolle soll das werden:




Sonntag, 17. Februar 2013

4

Vier Dinge will ich Euch zeigen:

Heute hatte ich mal wieder Lust auf Klamottennäherei und habe meinen Mädels zwei Rüschenröcke genäht.


Erinnert Ihr Euch noch an die Orange mit Haube? Meiner Kleinen hat das so gut gefallen, daß sie sie als nicht-mehr-zu-verzehren abgestempelt hat und diese ins Regal zum schlafen legte. Dort liegt sie immernoch. Ist ja schon niedlich, gell?


Einer Bekannten habe ich auch ein TaTüTa genäht, wir gehen morgens gemeinsam mit  unseren Hunden Gassi. Mir gefällt es richtig gut, würde ich glatt selbst behalten.



Und dann habe ich auch mal meine Frauenblöcke ausgelegt. Ich bin noch am überlegen wie´s und ob´s weitergeht, freute mich aber über jeden Kommentar diesbezüglich und sage danke für Euer Verständnis oder Zuspruch, für die Motivation und auch Euer Lob. Abwarten.

So duster wie ich dachte sehen die Blöcke gar nicht aus. Ich bin überrascht.



Wintersonntag

Heute morgen beim Spaziergang mit dem Hund war ich viel zu dick angezogen. Könnte es denn schon milder werden? Dann wird man bald überall die Knospen sehen können und demnächst sogar die Krokusse.

Neulich erzählte ich Euch, daß ich bei einem KAL mitmachen möchte. Dieser "knit along" hat mir aber so gar nicht zugesagt, also habe ich damit aufgehört. Aufgezogen habe ich aber auch meine schwarzbraune Strickerei, es war dann doch zu klein. Jetzt habe ich wieder zum Nadelspiel gegriffen und stricke das Muster "Der Blender", es stammt von Chr. Heidorn und war das Monatsmuster für Juli 2011 der Socken-kreativ-Liste. Es heißt Blender, weil es vorgibt Zöpfe zu haben, was aber keine sind. Super einfach!



Tja... und dann will ich Euch noch sagen, daß ich darüber nachdenke, den Frauenblockquilt vorzeitig abzubrechen. Ich habe zwar ein Thema für alle Blöcke die da noch kommen werden, aber ich denke, daß ganze "Ding" hat sich einfach abgenutzt. Das Interesse und die Resonanz wird weniger und einen Quilt werde ich mir aus diesen Blöcken sowieso nicht nähen. Und um ganz ehrlich zu sein: schon ganz zu Anfang ging es mir auch mehr um meine Geschichten hinter den Blöcken als um die Näherei an sich.
Es war für mich schon eine wunderbare Sache, über all das reden zu können, was ich bislang erzählte. Manches mal war es sogar befreiend. Aber langweilen will ich niemanden damit und es soll nicht so sein das man denkt: "Ach, die schon wieder mit ihren ernsten Geschichten."
Noch ist das ganze nicht entschieden, aber die Tendenz geht schon dahin, daß nächsten Samstag der letzte Block erscheinen wird. Ich werde dann das für zuletzt gedachte Thema vorziehen, sozusagen als Abschiedsthema, genau so, wie es von mir sowieso gedacht war.


Samstag, 16. Februar 2013

Frauenrechtsquilt # 25

Samstag = Thementag.

Manchmal finde ich Themen, in denen bin ich persönlich irgendwie verstrickt. Und manchmal bin ich weit davon entfernt. Wiederum ein anderes mal weiß ich so gar nicht wo ich stecke, denn es sind neue Themen. Themen, von denen ich nichts weiß, wo ich auch lernen und begreifen muß, wie sich das auswirkt und erleben läßt.

Block Nr. 25 widme ich den Frauen und Mädchen mit einer Geschlechtsidentitätsstörung.

Was ist das, diese Geschlechtsidentitätsstörung?
Früher nannte man das Transsexualität und sicherlich werden jetzt die meisten nicken und mehr wissen. Und trotzdem will ich es ein wenig genauer machen:

Der o.g. Begriff sorgt immer wieder und weltweit bei diversen Organisationen für Unbehangen oder Mißstimmung. Transsexuelle, Menschen mit der sog. GID (Abkürzung für die englischen Begriffe Gender Identity Disorder). Wie soll ich es nennen? Ich mache es mir einfach und nehme die deutsche Abkürzung GIS, einverstanden?

Die meisten von uns haben eigene Kinder, manche schon Enkel und irgendwie kennen wir alle doch das Mädchen oder den Bub, der irgendwie mehr wie das andere Geschlecht ist. Selbst meine Kleine ist solch ein Kind. Sie liebte diese Jungssachen wie Spiderman, HSV, coole Turnschuhe die man nicht mehr richtig zubindet und irgendwie hatte sie auch einen Faible für kurze Haare. Irgendwann dann hatte sie die Idee, sich die Haare im Nacken ausrasieren zu lassen und ich ließ sie gewähren, die Friseuse folgte ihren Wünschen. Jetzt muß man wissen, daß meine Kleine eine große Schwester hat und ich weiß aus der Literatur über Geschwisterkinder etc., daß die Zweitgeborenen immer die Lücken füllen bzw. das annehmen, was noch nicht belegt ist. Ist die große Schwester ein Barbiemädchen mit viel rosa und Tütü, wird die Zweite genau das Gegenteil, denn rosa ist bereits belegt, so auch Barbie und all diese anderen Dinge. Ich las früher auch darüber, daß wenn das zweite Kind das gleiche gutfinden würde wie das erste (bei gleichgeschlechtlichen Kindern!), wäre die Zweite nur eine Kopie der Ersten und das ist nicht im Menschensinn. Ich machte mir keine Gedanken darüber, paßte aber trotzdem auf.
Eines Tages sagte meine Kleine: "Mama, die Jungs mögen mich so gut leiden, weil ich wie ein Junge bin, stimmt´s?" Und ich antwortete: "Nein, das glaube ich nicht. Ich denke, sie mögen dich so gut leiden, weil du ein besonders cooles Mädchen bist!"
Was glaubt Ihr, was dann geschah?
Von diesem Moment an schlichen sich immer mehr "Mädchendinge" ein. Langsam begann sie rosa zu mögen und Kleider. Sie mochte immernoch die coolen Jungssachen, aber die Mädchensachen waren auch cool... irgendwie. Und mit der Zeit änderte es sich. Plötzlich spielte sie mit Mädchen und Jungs und sie entdeckte immer mehr ihren eigenen Platz: ein Mädchen zu sein und sie mochte es. Sie ist der sportive Typ, die Draufgängerin, die, die losstapft und das Kind schon schaukelt. Heute sind Jungs doof, aber das wird sich mit der Pubertät wieder ändern, da bin ich mir ganz sicher.

Diese Geschlechtsidentitätsstörung soll schon als Kleinkind spürbar sein. Es heißt, diese Kinder möchten unter allen Umständen lieber das andere Geschlecht sein. Mädchen, die wie Jungs aussehen möchten und Jungs, die lieber in Mädchenkleider zur Schule gehen und lange Haare haben.
Vielleicht haben einige von Euch auch die Doku gesehen, wo es um solche Kinder ging und sie zeigten, wie die Eltern damit umgegangen sind. Später, wenn das Kindesalter aufhört und kurz bevor die Pubertät anfängt, müssen diese Kinder eine Entscheidung treffen, denn entsprechend werden sie dann medizinisch begleitet. Zuerst wird die Pubertät hinausgezögert, das bringt diesen Kindern ein paar mehr Jahre Bedenkzeit. Wenn sie sich dann entschieden haben für das andere Geschlecht, erhalten sie die passenden Hormone, d.h. sie müssen erst gar nicht durch ihre Geschlechtspubertät, sondern erleben gleich die gewünschte. Aber so wird man kein Mann und keine Frau, da bedarf es noch mehr Schritte, aber das führt hier nun zu weit.

Und nun zurück zum Anfang:
Kennen wir nicht alle solche Mädchen und Jungs?
Kennen wir nicht alle diese Typen, die besonders burschikos sind oder betont mädchenhaft?
Aber das sind doch nicht alles GIS-Kinder, oder doch?
Nein, soweit ich gelesen habe nicht. Es bedarf mehr, als nur ein bischen was von den anderen zu haben. Haben wir ja alle irgendwie auch in uns drin. Also ich bin ein dominanter Typ und nicht sehr feminin, davon gibt es garantiert einige unter meinen Mitleserinnen. Und es gibt diese Männer, die nicht wirklich maskulin sind, eher weich und freundlich, eher mitfühlend und verständig. Nein, wir sind dadurch keine Menschen, die gerne jemand anderes sein würden (wobei ich gerne im Stehen pinkeln können möchte, ich hasse öffentliche Toiletten!).

Und schon allein aus diesen Gründen, weil wir alle solche Menschen kennen und wir das auch vielleicht in uns ein wenig spüren, wie schwer muß es für die sein, die wirklich an dieser Störung leiden? Die tatsächlich mit dem "falschen" Geschlecht geboren sind? Wieviele machen da mit und geben ihrem Sohn einen Mädchennamen und dies auch noch in aller Öffentlichkeit? Wieviele unter uns leben dieses Versteckspiel? Werden das Homosexuelle? Ich denke, so leicht können wir es uns nicht machen.

Wer gerne mehr wissen möchte, kann sich hier schlau lesen:

http://www.dijg.de/transsexualitaet-geschlechtsumwandlung/geschlechtsidentitaetsstoerungen-kinder/

http://www.aerzteblatt.de/archiv/62493/Geschlechtsidentitaetsstoerungen-im-Kindes-und-Jugendalter-Zur-aktuellen-Kontroverse-um-unterschiedliche-Konzepte-und-Behandlungsstrategien

http://www.schattauer.de/fileadmin/assets/buecher/Musterseiten/978-3-7945-2463-1_kap30.pdf

http://transx.transgender.at/Dokumente/Kinder_Bangerl2004.PDF

http://www.ngat.de/download/0309Preuss.pdf

Es ist bestimmt nicht einfach, mit so einem Thema leben zu müssen, egal ob als direkt betroffenes Kind/Erwachsener, oder als Elternteil eines solchen. Auch nicht als Geschwisterkind oder Großeltern, aber ich denke, es ist noch viel schlimmer, wenn man in dieser Haut selbst steckt.

So können wir uns vielleicht vornehmen, nicht zu urteilen, wenn wir solchen Menschen eines Tages begegnen, die den Mut haben, uns von sich zu erzählen. Von ihrem Weg und von ihrem Leid und vielleicht auch von ihrem Glück, sich selbst gefunden zu haben. Und vielleicht können wir von ihnen lernen, laßt uns zuhören...

Den Block habe ich "falsch" zusammengenäht. Eigentlich darf sich keine Farbe treffen, aber ich wollte keiner Farbe ein "Übergewicht" geben und machte Quadrate in gleicher Anzahl. Vielleicht kapiere ich es nicht, ist aber auch egal, er ist wie er ist, so "falsch" fühlen sich vielleicht auch die betroffenen Kinder und Erwachsene.

Diesen Block widme ich denen, die im Wandel stehen.



Samstag, 9. Februar 2013

Frauenrechtsquilt # 24

Samstag ist Frauenblocktag, zumindest bei mir.

Der heutige Post bzw. Widmung ist nichts für schwache Nerven, wer also schnell Albträume bekommt, sollte lieber meinen Blog verlassen und morgen wieder vorbeischauen.

Block Nr. 24 widme ich den weiblichen Opfern der Inquisition bzw. Hexenopfer!

Da mußte ich recherchieren und nicht wenig! Ich habe zwar schon einiges über Folter gehört, über Scheiterhaufen und Hexenverbrennungen, aber es ist nochmal was anderes, wenn man das Thema genauer unter die Lupe nimmt.

Was ist die Inquisition und was geschah da eigentlich genau?
Das Ziel der Inquisition war die Reinhaltung des Glaubens.
Es gab unterschiedliche Inquisitionen, so die spanische, die päpstliche, die bischöflliche. Hier will ich gar nicht näher drauf eingehen, sonst qualmt uns bald der Schädel.

Frauen galten als besonders empfänglich für das Böse, das Satanische, sie wurden einfach "leichter Opfer der schwarzen Magie". Viele Frauen fertigten Kräutertees an oder halfen mit Naturmitteln bei z.B. schweren Geburten, das allein reichte, um zu dem Ruf einer "Hexe" zu kommen.

Um Geständnisse aus den Frauen herauszuholen waren viele Methoden erlaubt. 
Auch während der Inquisition durfte niemand ohne Geständnis verurteilt werden, aber dies zu erhalten war leicht, wenn man diverse Methoden betrachtet, zu denen man zu einem Geständnis kommen konnte. Diverse Methoden, wie z.B. mit einer Nadel in ein Muttermal zu stechen und wenn es blutet, dann war die Frau unschuldig. Es gab jedoch "Nadeln", die gar nicht stachen und schon war die Frau für schuldig befunden. Diese konnte nur gerettet werden und befreit vom Bösen durch Feuer. Wer besonders gnädig sein wollte, schlug der Hexe vor ihrer Verbrennung den Kopf ab.

Der "Hexenhammer" erlaubte sozusagen schriftlich die Verfolgung von Hexen und zusammen mit der sog. Hexenbulle war nun Tor und Tür geöffnet, um denunzierte Frauen den Gar aus zu machen.

Die Foltermethoden waren Bestandteil der peinlichen Befragung und waren so grausam wie natürlich auch effektiv. Daumenschrauben, Streckbank, Wasserfolter, eiserne Jungfrau, Judaswiege, Ketzergabel und mehr. Körperliche Verstümmelung wie das Ausbrennen oder Schrauben der Zunge. Wegen Unsittlichkeit angeklagten Frauen wurden Nase und Ohren abgeschnitten. Es gab eiserne Mundsperren, ein Zwangsgürtel, genannt den spanischen Kitzler, der mit scharfen Zacken gespickt war. Folterrad. Da gibt es viel mehr... Hier, hier, und hier könnt Ihr nachlesen.

In Europa wurden ca. 230.000 Menschen Opfer der Inquisition, 90% davon waren Frauen. Diese Zahlen habe ich von hier. Weitere Informationen gibt es auch noch hier.

Das war jetzt sehr viel "Sachliches", aber irgendwie fehlt mir so das "innere" Bild. Das möchte ich jetzt aufzeichnen.

Ich stelle mir vor, ich lebe im Mittelalter, in einer kleinen Stadt, dort aber außerhalb, am Randgebiet. Ich bin Mutter von drei Kindern, jedem läuft die Nase und hustet. Ich habe Kräuter getrocknet und brühe meinen Kindern einen Sud auf und plötzlich hämmert es an unsere Tür. Drei Männer treten ein und faseln was von Anklage und Beweisen, von Hexerei und Prozess. Während meine Kinder weinen und nach mir rufen, eilt eine Nachbarin herbei und kümmert sich um sie, während mich die Männer mitnehmen.

Die Tür geht knarrend auf und sie holen mich endlich nach zwei Tagen aus diesem finsteren, feuchten und stinkigen Loch heraus, indem wir zu sechst in unserer eigenen Scheiße und der von vielen anderen vor uns hocken. Es stinkt überall, ich habe Hunger und seit zwei Tagen nicht mehr richtig gegessen.

Nachdem sie mich befragen, Stunden über Stunden, ob ich denn eine Hexe sei, ob ein böser Zauber von mir Besitz ergriffen habe und ich daher die Kunst der Giftmischerei beherrschen würde, ob ich schuldig wäre und ich immer wieder leugne und bitte, mich zu meinen Kindern zurückzuschicken, drohen sie mir mit Folter. Ich sage ihnen, es seien einfache Kräutertees und Salben aus Heilpflanzen, keine Hexerei. Ich bitte um Gnade, Angst schnürt mir den Hals zu. Als sie mich in einen anderen Raum führen sehe ich einen Holztisch mit Fesseln, dahinter ein großes Rad... die Streckbank. An der einen Wand glüht heiß ein Kohlebecken und Eisenstäbe liegen darin und warten auf ihren Einsatz. Es stinkt, es riecht nach Urin und Blut, das Stroh auf dem Boden ist faul. Sie zwingen mich auf einen Stuhl und binden mich fest. Sie zwingen meinen rechten Daumen in eine metallene Vorrichtung und drehen mit einem Holzstück an einem Gewinde. Ich habe entsetzliche Angst, denn ich sehe, wie der Bolzen sich meinem Daumen nähert und weiß, daß ich ihnen alles gestehen werde, was sie hören wollen...

Block Nr. 23 widme ich den Frauenopfern der Inquisition.



Samstag, 2. Februar 2013

Frauenrechtsquilt # 23

Da meine Große morgen Geburtstag hat liegt es nahe, ihr den heutige Block zu widmen.

Meine Große (sie bleibt namentlich anonym) ist auch gleichzeitig meine Erstgeborene und als sie auf die Welt kam, schneite es dicke Flocken, die wie Watte ganz leicht und luftig vom Himmel fielen.
Sie war ein Steißlagenkind, so entschied mein Arzt, daß es besser sei, sie würde als Kaiserschnitt auf die Welt kommen. Und unter Vollnarkose, was mir sogar recht war. So wurde sie mir aus dem Bauch gezogen morgens um 8:26 (oder so) und als ich aufwachte, war sie da. Wir ließen uns bei beiden Kindern überraschen was es wird, aber wie schon einmal erwähnt, sind meine Kinder die 5. Generation von NUR Mädchen! Sie bekam zwei wundervolle Vornamen, einer ist arabisch, der andere westlich und sie war ein hübsches Baby, was viel schlief, da sie leichte Babygelbsucht hatte.
Nach fünf Tagen konnten wir nach Hause und von da an war die Welt nicht mehr die Gleiche. Meine Große machte mich zu einer Mutter, wie wunderbar. Es war so etwas Ergreifendes, daß mein Mann und ich vor lauter Glück weinen mußten, als ich beim Stillen sie so an mir hatte und wir beide sie anschauten. Sie war ein Wunschkind, ein echtes Wunschkind und ich war schon 36 Jahre alt.
Sie veränderte mich, sie veränderte die Welt, die plötzlich nicht mehr die gleiche war. Sie veränderte einfach alles. Und mit ihrem Dasein kam auch ganz plötzlich diese Angst hinzu, eine, die jede Mutter kennt und vorher nicht da war: die Angst ums Kind. Die Angst vor dem eigenen Versagen.
Und da waren plötzlich Pläne und Träume, Hoffnungen und Ideen.

Morgen wird sie 10 Jahre alt und sie freut sich, weil sie jetzt eine weitere Gemeinsamkeit mit uns Eltern hat: sie nullt das erste mal und ist fortan im zweistelligen Bereich unterwegs.

Sie ist ein hübsches Mädchen und wenn ich sie mir so anschaue, dann sehe ich eine ganze Menge von mir in ihrem Gesicht und in ihrer Figur. Sie bekommt bald eine feste Zahnspange, weil - wie auch bei mir damals - ein einziger Zahn nicht dort steht, wo er zu sein hat. Sie ist nicht nur hübsch, sie ist auch launisch (das hat sie garantiert vom Vater!!!!). Sie ist intelligent und sie ist bockig. Wenn sie will, dann kapiert sie schnell  und hat einen klaren Verstand, schlußfolgert stets richtig und lernt unglaublich gut auswendig, sie ist aber auch überempfindlich und steckt nicht gut ein, was sie aber gerne austeilt. Sie ist immer eine gute große Schwester gewesen, nie war sie eifersüchtig oder hat ihre kleine Schwester schlecht behandelt. Sie ist eine loyale und treue Freundin, was die meisten Mädchen in diesem Alter aber noch gar nicht zu schätzen wissen und deshalb ist sie oft auch ohne Spielkameradin. Sie ist schnell verletzt und zu meinem Leidwesen muß ich gestehen, daß sie auch viel strenger erzogen wird als ihre kleine Schwester. Sie ist kreativ und kann schon recht gut zeichnen, sie liebt das Tanzen und die Musik, sie mag optisch die Jungs, die mir auch gefallen hätten, sie geht gerne "shoppen" und steckt inmitten dieser Zeit, wo man nicht mehr kleines Mädchen, aber auch noch nicht Jugendliche ist. Sie kann nicht alleine sein, hat Angst vor dem Verlassen werden und verlassen sein, sie mag Tiere und konnte mal richtig gut Blockflöte spielen.
Sie als Erstgeborene, als Große, als Ältere hat´s natürlich immer schwerer. Immer ist sie diejenige, die die Probleme mit den Eltern ausdiskutieren muß, weil ihre kleine Schwester ja noch nicht soweit ist. Ich bin auch eine Erstgeborene, ich weiß wie sie sich fühlt manchmal. Und genau diese Tatsache, daß sie und ich beide Erstgeborene sind, diese verbindet uns oft in der Zeit, wo es manchmal schwer ist, miteinander auszukommen. Wo die Welt so gemein ist und der einzige Trost dann sein kann: "Mama, war das damals auch so bei dir?" "Ja, Kind, ich weiß genau wie das ist..."

Für Dich, meine Große. Danke für das Geschenk, eine Mutter zu sein!



Samstag, 26. Januar 2013

Frauenrechtsquilt # 22

Wir sind fast bei der Halbzeit des Frauenrechtsquilts angelangt, denn heute ist Block Nr. 22 dran, welchen  ich den

Indianerinnen widme!

An Fastnacht war ich schon mal eine Indianerin, eine sehr hübsche noch dazu. Meine Mutter schminkte (aus welchen Gründen auch immer!) eine Seite meines Gesichtes in Indianer-braun und die andere in Cowboy-weiß. Und in der Mitte hatte ich einen schwarzen Strich. Das fanden alle toll, ich auch. Dazu trug ich ein typisches Kinderkostüm und eine Perücke mit zwei geflochtenen Zöpfen. Es wird einige unter Euch geben, die auch schon mal Indianerin waren. Und früher - meine Kinder würden sich an den Kopf greifen - spielte man ja auch Räuber und Gendarme sowie Cowboy und Indianer. Es war ein cooles Spiel, fand ich.

Dann hatten meine Schwester und ich diese kleinen Plastikfiguren... Kram in den letzten Gehirnwindungen... Pferde die rennen und Cowboys und Indianer mit O-geformten Beinen, die man gut auf die Pferde setzen konnte und an den Füßen hatten sie Stöpsel und die Pferde hatten Löcher, alles paßte. Aber es gab keine Indianerin!

Ntscho Tschi, die hübsche Schwester Winnetous, der aber noch 1000 mal schöner war als sie. Seufz.

Ganz schlaue unter meinen Leserinnen werden jetzt sagen: "Hey, es gibt aber noch andere Indianer!" Korrekt! Urvölker, Naturvölker, Buschmenschen und was es für Worte für sie gibt. Eigentlich gebührt ihnen hier ebenso ein paar Worte, aber irgendwo muß ich eine Grenze ziehen, tut mir leid und diese ziehe ich nun mal dort, wo die Grenzen der USA sind.

Eine ganz berühmte Indianerin ist Pocahontas. Sie gab es wirklich! Geboren 1595 und Mittlerin zwischen Rot und Weiß, so will ich das jetzt mal salopp sagen. Wußte ich auch nicht, daß es sie in echt gab.

In den USA findet man viele indianische Begriffe, d.h. Namen von Orten und Bundesstaaten. Warum der Indian Summer allerdings Indianischer Sommer heißt, das weiß ich nicht, aber vielleicht kann uns das eine Mitleserin erklären.
Wir alle kennen jedoch den Ausdruck "Squaw". Da zucken vielleicht manche unter Euch, aber auf einer Seite im Netz fand ich etwas, da wurde berichtet, daß Squaw keinesfalls ein Schimpfwort ist sondern erst dazu gemacht wurde. Das Wort Squaw steht für das Weibliche, für das Frausein etc.

Auf dieser Seite fand ich so viel Information, daß ich diese hier nun teilweise weitergeben möchte (ich rate Euch, diesem Link zu folgen (aber erst nachdem Ihr hier fertig gelesen und kommentiert habt), denn die Seite ist sehr interessant!!!):

Die Aufgaben einer Frau bei den Ureinwohnern Nordamerikas (erlaubt mir weiterhin das Wort Indianerin) bestand aus den gleichen Dingen, die auch die sog. weißen Frauen hatten: Haushalt, Essen, Kindererziehung. Sie gerbten Häute, lehrten die Kinder Religion, Sitten und Bräuche, kochten essen etc. Der große Unterschied von "rot" zu "weiß": die Indianerin war auch nach dem Tod ihres Mannes gut versorgt, denn ihr Stamm und die dort lebenden Verwandten kümmerten sich um sie und ihre Kinder. Bei manchen Stämmen war es aber auch so vorgesehen, daß der Bruder des verstorbenen Mannes dann die Witwe heiraten sollte.

Kamen die Mädchen in das Alter der Pubertät, hatten manche Stämme gewissen Rituale, um dieses Mädchen vorzubereiten auf ihr zukünftiges Leben als Ehefrau. Es variierte von Stamm zu Stamm und mal durften sie sich nicht mit kaltem Wasser waschen, mal nicht ihre Nahrung selbst aussuchen.

Die Ehe war ein Bündnis, welches oft arrangiert war, aber es gab auch Liebesheiraten. Auch Scheidung war möglich. In manchen Stämmen wurden die Mädchen spät verheiratet, so daß sie genug Zeit zur geistigen Reife hatten, in manchen Stämmen wurde zum Pubertätsbeginn geheiratet.

Die Indianerin hatte eine klare Rolle, die sie nicht unzufrieden machte. Sie war nun mal Frau und hatte eine gewisse Aufgabe zu erfüllen, so wie der Mann auch, der Wache halten, Nahrung besorgen und sich als Krieger erweisen mußte. Da ging es nicht anders, als daß die Frau kochte, Beeren sammelte, die Kinder großzog, Kleidung nähte etc. Sie war nur in wenigen Stämmen nicht ganz so gut angesehen, in den meisten jedoch war sie Teil des Ganzen, die Ergänzung ihres Mannes. In ihrer Rolle als Frau war sie auch Teil von Mutter Erde. Bei den meisten Arbeiten war sie umgeben von anderen Frauen ihres Stammes, die ja in der gleichen Rolle wie selbstverständlich ihrem Tun nachgingen.

Eine Indianerfrau fand neben ihrer oft harten Arbeit allerdings auch noch Zeit für das sog. Kunsthandwerk. Sie flocht Körbe, töpferte, webte, verzierte Kleidung etc. und je talentierter sie war, desto angesehener war sie in ihrem Stamm. Es gab Stämme, da beherrschten die Frauen ganz besonders gut die Korbflechterei, denn die Nomaden unter den Indianern konnten natürlich nichts Zerbrechliches gebrauchen. Eine interessante Kunstfertigkeit war die Verzierung mit Stachelschweinborsten, genannt Quillworks.

Auch trieben die Indianerinnen Sport, denn ein gut durchtrainierter Körper war ihnen genauso wichtig und notwendig wie den Männern. Sie fanden immer Zeit für Sport und Spiel, sie schwammen, ritten, hielten Wettkämpfe ab. Und das Spielen mit Muscheln und Steinen etc. war ebenso Zeitvertreib, ob nun als Glücks- oder Geschicklichkeitsspiel.

Und wer sich noch ein bischen einlesen möchte, besuche doch diese Seiten:

http://de.wikipedia.org/wiki/Pocahontas
http://www.nativeweb.org/pages/legal/squaw.html
http://www.wilder-westen-web.de/fr-vor.htm
http://www.indianerwww.de/indian/frauen.htm

Und nun könnte ich das Blatt wenden und anfangen, über die Reservate zu sprechen, über die Behandlung der Frauen durch den weißen Mann etc. Sie hätten es verdient, sicher, aber wißt Ihr was? Ich habe gerade so ein ganz warmes und gutes Gefühl in mir und stelle mir gerade das Leben eines kleinen Stammes vor, wie die Tippis stehen, Rauch liegt in der Luft, Mütter zeigen ihren Töchtern wie man dies und jenes macht... ich möchte dort verweilen. Ich möchte in meinem Kopf mich zu ihnen setzen und ihnen dabei zusehen, wie sie leben und in ihrem Alltag sind. Wer mehr über die Schattenseiten wissen will, soll nun selbst recherchieren, ich bleibe hier sitzen... im Schneidersitz... es riecht nach Pferd und Staub... hier bleib´ ich jetzt und wer will, kann sich zu mir setzen.

Für die Indianerinnen!



Sonntag, 20. Januar 2013

wunderbar

Obwohl ich heute bereits einen Post schrieb, MUSS ich doch einen zweiten schreiben, denn Eure Kommentare bewegen mich regelrecht dazu.

Generell möchte ich vorneweg sagen, daß ich es nicht böse aufnahm, als man mir sagte, mein Frauenquilt sei nicht mehr zum Kuscheln. Dies sagte schon meine Näh-Freudin Ute, der ich vom Quilt vor Wochen erzählte und ihre Antwort darauf war: "Mit solch schweren Themen würde ich mich nicht umgeben wollen." Das machte mich stutzig. Das war nicht auf meine Arbeit bezogen, das wußte ich, sondern auf etwas ganz anderes, was ich noch nicht erfassen konnte.
Cosmees Einwand, daß der Quilt in die Öffentlichkeit gehöre, der gab mir neue Ideen und ich muß gestehen, ich dachte schon darüber nach, die Ministerin für Familie, Frauen blabla zu kontaktieren.
Und Valomea - keine Bange, ich habe es schon richtig verstanden - hat meine eigenen Gedanken nur unterstrichen.
Eben sprach ich auch mit meinem Mann darüber.
Ihr habt viele gute Ideen in den Kommentaren genannt und mich bestärkt (dankeschön!), den Quilt so in seiner Art weiter zu führen.

Wißt Ihr, der Quilt war anfangs als Kuschelquilt gedacht, da wußte ich aber selbst noch nicht, wie das ganze sich fortführen wird. Mittlerweile ist er etwas ganz anderes geworden: Mein Frauenquilt ist ein mich sehr bewegendes Stück Arbeit/Geschichte/Erinnerung und stellenweise mit viel Emotionen verbunden (ich denke da an meine Oma oder Clivia). Lassen wir diese ganz nahen Blöcke mal beiseite, so bleiben die übrig, die einzelne Berühmtheiten oder Gruppen von Frauen betreffen und sich mit diesem Thema auseinander zu setzen ist für mich schon mehr Wert als alle Blöcke zusammen genommen. Um ehrlich zu sein, ich hänge nicht ein kleines Stückchen an den genähten Stücken dieses Quilts, aber ich hänge an den Geschichten. Ich hänge an den Kommentaren von Euch. Nach so mancher Veröffentlichung der Geschichte fühle ich mich teilweise sogar befreit und irgendwie friedlich innendrin. DAS ist das, was mich mit meinem Frauenquilt verbindet.

Und wenn ich einen Quilt nähen würde und ihn vielleicht verschenken täte, was wäre der ganze Quilt ohne die Geschichten?

Ich werde mir was einfallen lassen. Auf die Idee mit einer Art Fotobuch kam ich auch schon. Vielleicht habt Ihr aber auch noch mehr Ideen, ich finde es einfach wunderbar, wenn Ihr mir Eure kreativen Gedanken mitteilt.

So sage ich danke für Eure Kommentare, für Eure Zweifel, für Eure Zusprache, für Euer Drücken und für Eure Zuversicht, daß alles gut so ist wie´s ist und auch gut enden wird.

Ich werde mir weiterhin darüber meinen graumelierten Kopf zerbrechen... ;-)



Sonntagspost

Dies wird ein Post mit vielen Themen werden, wo fange ich an?

Ich war mit meiner Kleinen Nachmittags in unsere Kirche gegangen und wollte schauen, wo denn die Krippe nun hängt. Ich konnte sie nirgends finden! Ich vermutete dann, daß sie sie oben in die Galerie gehängt haben, wo auch die Orgel ist und wollte die Treppe hoch gehen und da sah ich sie. Sie hängt nun in der absoluten Dunkelheit, ganz weit oben und man muß wissen, wo der Lichtschalter ist. Wenn das Licht an ist, ist sie aber voll im Lichtschein, aber dennoch, das ist kein wirklich guter oder schöner Platz. Das hätte ich gerne anders gesehen, aber das geht mich nichts mehr an, denn es ist nicht mehr meines. Ich wollte es Euch nur erzählen. Aber ich wurde ja vorher gewarnt.

Gestern quiltete ich wieder ein bischen am Sternenquilt und was entdecke ich da? Ein Riß im Stoff!


Ich bin ja nicht wirklich gut im Flicken und kann das eigentlich auch nicht, deshalb sieht´s jetzt so aus:


Wißt Ihr was? Das stimmt mich aber jetzt nicht traurig, denn dies wird ein echter Gebrauchsquilt werden und bei zwei Kindern und Hund und Katz´ ist es so besser, da weiß ich jetzt schon, daß ich nicht immer mit Sätzen komme wie: "Paß auf den Quilt auf!" oder "Nicht darauf essen!" und sowas. Er hat jetzt schon sein erstes Wehwehchen und wird noch viele dazu kriegen und ich werde einfach nur sagen: "Er wurde gemacht zum Benutzen, da muß man mit sowas rechnen." Besser so.

Gestern erreichte mich ein Kommentar zu Frauenblock, der mich wiederholt stutzig machte. Zuerst war es Cosmee, die mich fragte, ob man den Frauenquilt mit all seinen Geschichten nicht an einen geeigneten Ort geben könnte. Diese Frage beschäftigte mich sehr, ich fand aber keine Lösung. Und gestern dann war es Valomea, die in den Raum stellte, daß das so aber nicht wirklich ein Kuschelquilt sei. Beide haben natürlich recht, ohne Zweifel. Ich weiß schon gar nicht mehr, ob sich denn noch viele für die Themen aus dem Quilt interessieren? Ein paar vielleicht, aber es könnte schon sein, daß viele sagen: Nun ist´s genug mit den Geschichten. Von den persönlichen mal abgesehen, hat jemand von Euch eine Idee, was ich mit den anderen Blöcken machen könnte? Ich würde den Quilt auch verschenken, kein Problem, aber wer würde den denn haben wollen? Dieses Thema beschäftigt mich schon länger...


Kennt Ihr das? Hier kam jemand auf die Idee, Häschen zu verschenken. Der Link ist in Englisch, so will ich ein bischen was darüber erzählen. Darauf gestoßen bin ich durch die Selbermacherin, denn sie ist kräftig mit dabei. Die Idee: Man näht Hasen, legt sie irgendwo an öffentliche Plätze und jemand soll sie finden und behalten. Einfach so aus Spaß an der Freude. Das Muster für den Hasen ist frei verfügbar, so auch die Etiketten für den Hasen. Selbermacherin verteilt sie schon und ich lese bei ihrem Post die Freude direkt aus ihren Worten heraus.
Gestern Abend - ich habe ein Gastkind hier zu Besuch - nähte ich schnell drei dieser Hasen und machte den drei Mädchen eine große Freude. Jetzt überlege ich, ob ich nicht auch ein paar "aussetzen" soll, aber so schön wie die von der Selbermacherin oder dem Original kann ich das nicht.



Samstag, 19. Januar 2013

Frauenrechtsquilt # 21

Der heutige Block ist etwas außergewöhnlich in seiner Thematik, denn ich kann ihn keiner bestimmten Gruppe widmen, eher zweier Geschichten.

Ich widme Block Nr. 20 den Ostsee-Frauen.

Da wundert Ihr Euch sicherlich, denn was kann man darunter verstehen? Eigentlich nichts. Und eigentlich ist es auch nur ein Teil der beiden Geschichten, denn die zweite spielt in Hamburg. Auch sind es keine selbst erlebten Abenteuer, auch kenne ich niemanden persönlich und doch haben mich diese Erzählungen so mitgenommen (in beiderlei Hinsicht), daß es für mich ein Muß ist, sie in diesem Quilt festzuhalten.

Bitte verzeiht mir Ungenauigkeiten in Ort und Zeit, in Details und mehr, aber... Ihr werdet sehen.

Alles begann mit einer Doku im Ersten oder Zweiten. Ich weiß nicht, ob sie mehrteilig war. Männer erzählten vom Krieg, vom Soldatsein, vom Fliegen, von der Kälte und von der Angst und noch viel mehr.

Und Einer erzählte, wie Soldaten eine Horde Frauen an die Ostsee führten, ihr Gewehr im Anschlag und weil sie sie nicht erschießen wollten, haben sie sie gezwungen sich auszuziehen und in die Ostsee zu gehen. Es war Winter! Und die Frauen weinten und schrien und eine nach der anderen versank im Wasser... bis keine mehr übrig war.

Das war die erste Geschichte. Schnell erzählt, nicht wahr? Als ich sie hörte, lief ein Film in meinem Kopf ab und ich habe jedes einzelne Gesicht gesehen... die Frauen der Ostsee!

Und die zweite Geschichte ist genauso schnell erzählt:
Michael Degen - der Schauspieler - erzählte, wie er in Hamburg war, damals beim Angriff mit den Feuerbomben. Überall brannte es und es war so laut und heiß und da sah er eine Mutter mit ihrer Tochter aus einem Haus rennen. Sie hielten sich an den Händen und als sie auf die Straße rannten, blieben ihre Schuhe im flüssigen Asphalt hängen...

Das war die Geschichte. Mehr kommt nicht.

Mehr braucht es nicht.

Auch hier lief der Film in meinem Kopf. Bis heute sehe ich diese Filme in meinem Kopf.
Und deshalb widme ich ihnen diesen Block, weil nicht mehr viele diese Geschichte erzählen werden. Ich hab´s getan und ich werde sie durch diesen Block in Erinnerung behalten...

... die Frauen der Ostsee
... und die Mutter mit Kind aus Hamburg.

Ihnen widme ich diesen Block.


Und da der aktuelle Wochenblock weder zu diesem, noch zu irgendeinem anderen meiner Themen paßt, habe ich beschlossen, ihn nicht zu nehmen und nähte heute nur passende Stoffe aneinander.


Sonntag, 13. Januar 2013

Frauenrechtsquilt # 20

Heute werde ich ein ernstes Thema ansprechen, ein sehr ernstes. Ein schwieriges Thema obendrein und die Ein oder Andere unter uns wird schwer schlucken müssen, wenn nicht gar mehr. Jetzt, am Anfang dieses Posts bin ich nur konzentriert und frage mich, wie weit kann ich gehen, wie weit soll ich gehen, wie weit darf ich gehen und wie weit muß ich gehen?

Block Nr. 20 widme ich den verwaisten Müttern!

An dieser Stelle möchte ich nun gleich vorneweg sagen, daß ich natürlich weiß, daß es auch trauernde Väter gibt, die genauso leiden wie die Mütter. Vielleicht trauern sie anders, ich weiß es nicht, aber wie ja schon lange bekannt, ist dies ein Quilt für/über Frauen, insofern sei es mir bitte verziehen, wenn ich die Väter nicht erwähne.

Was sind verwaiste Mütter? Mütter, die ein oder mehrere ihrer Kinder verloren haben.
Wie verliert man ein Kind? Durch eine Fehlgeburt, durch Abtreibung, durch einen Unfall, durch Krankheit, durch Krieg, durch Verschwinden, durch Selbstmord, durch Hunger, durch riskantes Verhalten...

Ihr braucht Zahlen und Fakten, ich weiß. Ich möchte, daß wir uns alle gewisser Dinge im Klaren sind, denn NOCH ist dieses Thema erst am Anfang!

Worldometers hat diese hochrechnenden Zahlen und man kriegt sehr viel weitere Informationen über alltägliche Dinge heraus, ein Klick lohnt sich! Und von dort habe ich die momentanen Zahlen her, welche folgende sind:

Geburten heute weltweit: 142.000 (ich runde die Zahlen auf oder ab)
Todesfälle heute weltweit: 60.000
Vom Hunger gestorbene Menschen heute weltweit: 12.000
Verstorbene Kinder unter 5 Jahren dieses Jahr weltweit: 154.000
Abtreibungen weltweit: 852.000
Kinder (alles unter 15 Jahren) aus D verstorben im Straßenverkehr 2011:  86
Jugendliche (15-17) aus D verstorben im Straßenverkehr 2011: 116
Jährlich sterben weltweit 8,8 Millionen (!!!) Kinder! Dies in den Enticklungsländern und hier ist die häufigste Todesursache Durchfall und Lungenentzündung.

Das sind ein paar Fakten, ob sie alle so exakt stimmen weiß ich nicht. Sie stammen aus dem Netz, d.h. sie stammen aus Zeitungsartikeln, Statistiken von irgendwelchen Bundesämtern, Unicef etc.

Vielleicht seid Ihr schockiert über diese Zahlen und vielleicht habt Ihr gedacht, daß es viel mehr oder weniger ist, aber dies tut unter´m Strich nichts zur Sache, denn hinter jedem toten Kind steckt das Leid einer Mutter, egal ob es ein Kind, hundert Kinder oder Millionen sind.

Immer wieder, wenn ich die Bilder aus Afrika sehe, wo diese ausgemerkelte Mutter ein Kind in den Armen hält mit diesen großen Augen an denen die Fliegen hocken, denke ich: "Welche Verzweiflung ist in dieser Frau, weiß sie doch, daß ihr Kind verhungern wird oder vor Schwäche einschläft und nicht mehr aufwacht." Aber das Jammern und das Weinen bis dahin, bis das Kind schweigt weil es zum Jammern vielleicht keine Kraft mehr hat, dieser Weg muß unfaßbar sein.
Oder die Mutter, die von einem Arzt gesagt bekommt, daß ihr Kind unheilbar krank ist und lange vor ihrem eigenen Ende gehen wird... und der körperliche Verfall, den sie mit ansehen muß, all die Schmerzen, die sie gerne selbst ertragen würde, nur um daß ihr Kind es nicht erleiden muß.
Oder die Mutter, die die Tür offnet und Polizei steht vor ihr und gibt bekannt, daß ihr Kind nicht mehr nach Hause kommt, weil es bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam.
Oder die Mutter, die ihr Kind niemals hat lächeln sehen, weil es tot auf die Welt kam oder gar nicht erst einen Mund entwickeln konnte, weil es vorher abging oder weggemacht wurde.

Soll ich weitermachen? Weint Ihr schon? Ich kämpfe noch sehr mit mir, es ist schwer, aber ich muß weiter schreiben... also konzentriere ich mich... es geht schon.

Ich weiß von einer Mutter (ich kenne niemanden persönlich), die verlor ihre Familie durch einen Unfall. Der Vater war unterwegs mit ihrem Sohn und der jüngeren Tochter und alle drei verunglückten. Sie wurde ins Krankenhaus gerufen und man sagte ihr, alle drei würden es nicht überleben. Als sie in dieser TV-Doku darüber sprach, war sie sehr gefaßt, eine starke Frau. Sie erzählte, wie ihr Mann ging, als sie dabei war. Sie hatte keinen Groll in sich, aber verglichen zu den Kinder, konnte sie ihn leicht gehen lassen. Ihren Sohn hatte sie morgens eine Weile auf dem Schoß. Sie erzählte, daß er plötzlich kam und mit ihr kuscheln wollte, was er nur noch selten tat, er war ja schon "groß". Und so hielt sie ihn lange, so lange, bis sie spürte (an dem Morgen), daß es genug war. Genug für den Sohn. Und als sie von seinem Sterben sprach, da erzählte sie, daß es recht einfach war ihn gehen zu lassen, weil er angefüllt war mit ihrer Umarmung und Liebe, die sie ihm am Morgen gegeben hatte. Nur ihre Kleine, die wollte sie nicht gehen lassen. Sie war die letzte Überlebende und lag so klein und zerbrechlich in ihrem Bettchen. Die Schwester kam dann zu ihr und meinte, sie solle doch vielleicht einen kurzen Spaziergang machen und frische Luft schnappen oder was essen. So ging die Mutter in den nahegelegenen Wald und als sie so zwischen den Bäumen umher ging und die Luft angenehm frisch und doch warm war, die Sonnenstrahlen durch die Blätter fielen, da fing sie an, laut ein Kinderlied zu singen. Sie erzählte, wie sie fröhlich und frei dieses Lied sang, laut in den Wald hinein und hoch zu den Bäumen. Als sie zurück im Krankenhaus war, sagte man ihr, daß ihre Kleine verstorben sei. Die Mutter erzählte sehr tapfer, daß sie glaubt, daß ihre Tochter in dem Moment ging, wo sie frei und fröhlich dieses Lied sang.

Was für ein schwerer Post... seid Ihr noch bei mir?

Und dann weiß ich von einer Mutter, die an manchen Tagen nichts kann als auf einem Stuhl zu sitzen und in ein Loch zu fallen. Sie hat Angst, die Stimme ihres Sohnes zu vergessen! Sie sieht die Bekannten beim Einkaufen, wie sie so tun als würden sie sie nicht sehen, nur weil sie nicht wissen, wie sie mit der Mutter umgehen sollen.

Und dann weiß ich von einer Mutter, die hat eine vermißte Tochter. Das vermißte Kind ist die jüngere Schwester einer jugendlichen Schwester. Wie sehr alle litten unter dem Verschwinden des Kindes ist klar und weil es für die große Schwester so unerträglich wurde, beging sie Selbstmord. So verlor die Mutter beide Kinder!

Durchatmen!

Für verwaiste Eltern und Geschwister wird viel gemacht. Es gibt Therapien, Selbsthilfegruppen, Gedenkseiten etc., sie müssen nicht alleine da durch, sie können sich helfen lassen. Hier ein paar Links:
http://www.trauernde-geschwister.de/
http://www.leben-ohne-dich.de/
http://www.veid.de/
http://www.verwaiste-eltern.de/

Aber wie kommt man da durch und will man das überhaupt? Will man denn gerne in den Alltag zurück, indem es auch Freude und Lachen gibt, Musik und Spaß? Ab wann schaltet man wieder das Radio ein oder den Fernseher? Wie bleiben die Erinnerungen der letzten gemeinsamen Minuten so frisch, daß sie ein Leben lang anhalten? Wie konserviert man den Duft, die Stimme, das Lachen? Ein fünfjähriges Kind bleibt immer fünf, wächst es mit? Bleibt es klein? Kann man umziehen oder gar das Kinderzimmer räumen? Kann man die Freunde des Kindes um sich herum ertragen? Selbstvorwürfe sind sicherlich an der Tagesordnung und die große Frage nach dem Warum! Hat man mehrere Kinder, wie begegnet man ihnen?

Hoffnungen können diese Mütter keine mehr haben, denn ihr "kleiner Sonnenschein" ist weg. Einfach so. Weg aus dem eigenen Leben, ohne Wiederkehr. Nur Schmerz. Unsagbarer Schmerz. Nie endender Schmerz.

Und doch ist da eine Hoffnung und vielleicht ein Trost:
Das eigene Ende ist die Wiedervereinigung mit seinem Kind! Daran glaube ich. Ganz fest und aufrichtig.

***

Wenn wir diesen Müttern begegnen, haben wir Angst vor unserer eigenen Angst und der Erleichterung, daß es sie getroffen hat und nicht einen selbst. Ist das zu krass gesagt? Ich denke aber, daß es so ist. Es ist nicht böse gemeint von mir, aber ich glaube, so ticken wir Menschen. Aber was ist unsere Angst vor solch einem Verlust und Schmerz neben dem, was diese Frauen tatsächlich erleben und spüren und das jeden Tag, jede Minute und jede Sekunde. Wie lange dauert es, bis diese verwaisten Mütter einmal nicht an ihr verstorbenes Kind denken und sich dann vielleicht schuldig fühlen, daß sie es für eine kurzen Moment einfach "vergessen" haben. Dauert das Tage oder Wochen? Monate oder Jahre? Wir alle können ihnen nichts geben, was den Verlust ausgleichen könnte. Wir können keinen Trost spenden, denn für sowas gibt es keine Worte. Aber vielleicht können wir unsere Hand auf ihren Arm legen und lächeln. Nur so. Oder auch nicht lächeln sondern einen Moment lang mit traurig sein. Aber nicht wegschauen!

Die Wahl der Stoffe fiel mir außerordentlich leicht. Der mittlere Stoff symbolisiert das Difuse, das, was so allmählich verblasst und doch allgegenwärtig ist. Die Erinnerungen, die Gefühle, alles schwimmt und vermischt sich zu einem "bunten" Allerlei.
Der schwarzweiße Stoff steht für die stellenweise hellen Momente dieser Mütter. Die, die Freude beinhalten und ein Lächeln zaubern. Es ist bizarr, aber dennoch da.
Und dieser Kinderstoff steht natürlich für das verstorbene Kind, für die Geschwister, für die Freunde des Kindes und die Nachbarskinder und all die, denen eine verwaiste Mutter ihr Leben lang begegnet und dies vielleicht niemals ohne Schmerz.

So widme ich diesen Block den traurigsten Müttern dieser Welt!



Samstag, 5. Januar 2013

Frauenrechtsquilt # 19

Neues Jahr, neuer Block!
Obwohl das Jahr schon fünf Tage alt ist, möchte ich das selbige "sanft" beginnen und erst nächste Woche wieder mit einem ernsten Thema weitermachen. Für heute dürfen wir lesen und uns freuen, denn den 19. Block widme ich der

Freiheitsstatue!

Wer kennt sie nicht, die holde Schönheit im Hafen von New York City?
Wer kennt nicht die Schönheit im wallenden Gewand, mit 7-zackiger Strahlenkrone, Fackel und Buch in den Händen? Nicht alle kennen das wunderschöne Patchworkmuster genannt New York Beauty, welches in einer Variante die Zacken inne hat.

Steht die Statue doch für die Freiheit dieser Welt! Ihr Anblick weckt Hoffnung und Zuversicht in des Menschen Seele und wennn man sie betrachtet, dann kann man nur zwei Dinge, entweder lächeln oder ehrfurchtsvoll staunen. Und wer dies gerne tun möchte, sollte hier klicken.

Nun aber ein paar Details, vielleicht kennt sie nicht jede und ich gehöre dazu:

Entworfen wurde die Statue von dem Franzosen Frédéric Auguste Bartholdi, Gustav Eiffel konsturierte das Eisengerüst dazu. Oktober 1886 wurde sie offiziell eingeweiht und steht seitdem auf Liberty Island und hat schon viele Einwanderer begrüßt.

Die Statue of Liberty ist samt Sockel 93 m hoch und wiegt 204 Tonnen. Sie ist größer als die Christusstatue in Rio. Ihr Mund ist 0,91 m breit, ihre Nase 1,37 m lang. Ihr Zeigefinger ist 2,44 m lang und der ganze rechte Arm 12,8 m. Wickipedia hat noch mehr Infos und die will ich Euch nicht vorenthalten, so diese interessanten Details:
Die sieben Strahlen symbolisieren nicht nur die Sonne, sondern auch die sieben Kontinente, sowie die sieben Weltmeere. Die Fackel steht für die Freiheit, die die Welt erleuchten soll.
In ihrer linken Hand hält sie die Tabula ansata, als Symbol der Rechtssprechung und trägt die Ziffern JULY  IV MDCCLXXVI, als Tag der Unabhängigkeitserklärung der USA. Die Lady Liberty steht mit einem Fuß auf einer zerbrochenen Kette.

Um eines der neuen Weltwunder zu werden, hat es jedoch nicht gereicht.

Zu ihrem 100. Geburtstag wurde sie auf Herz und Nieren geprüft und man fand sehr viele Mängel. Sie schwankte, der Kopf hing schief, das Gerüst rostete und sie drohte einzustürzen. 1984 wurde sie für zwei Jahre zwecks Renovierung gesperrt und Skelett und Fackel wurden komplett erneuert.
Nach den Terroranschlägen 2001 verpaßte man ihr für 6,7 Millionen Dollar ein Sicherheitssystem und auch dies forderte lange Schließungszeiten.

Ich durfte sie sehen, ging aber nicht hoch zur Aussichtsplattform, weder in den Strahlenkranz, noch in die Fackel. Damals war ich 15 und wußte noch viel zu wenig von der Welt.

New York City hat leider ein symbolträchtiges Bild dazu bekommen, denn die beiden qualmenden Türme haben sich in die Hirne der Welt gebrannt, aber die Freiheitsstatue soll und muß auch weiterhin wichtiger bleiben. Die Schöne der Freiheit soll lange stehen und ihre Fackel gen Himmel strecken.

Die Farben des Blocks sind eine Anlehnung an die der amerikanischen Flagge, sollen aber nicht patriotisch daher kommen.

So widme ich Block Nr. 19 der Freiheitsstatue! Eine Frau, die uns die Freiheit verheißt, wunderbar!!!



Samstag, 29. Dezember 2012

Frauenrechtsquilt # 18

Kaum zu glauben, aber wir sind schon beim 18. Block und hier ist die Geschichte dahinter:

Block Nr. 18 widme ich Dian Fossey.

Ich denke, alle kennen diese Frau! Vielleicht weiß man nicht gleich mit dem Namen was anzufangen, aber wenn ich sage, daß sie die Gorilla-Frau ist, spätestens dann nicken alle und sagen "Ahhh ja!". Und die, die glauben, es sei die weiße Frau vom King Kong, denen sei gesagt, daß sie sich irren und hier unbedingt weiterlesen sollten!!!

Fossey, geborene Amerikanerin, war Zoologin und Verhaltensforscherin. 1966 begann sie mit dem Studium der Berggorillas vor Ort, gewann deren Vertrauen und "lebte" mit ihnen unter ihnen. Ihr Charakter galt als schwierig und oft ungehalten, so manches mal benahm sie sich der afrikanischen Bevölkerung/Politikern gegenüber herablassend, was man ihr sehr verübelte. Fossey kämpfte für den Erhalt des ruandischen Nationalparks, zerstörte Fallen und erlangte Ruhm, der jedoch nicht unumstritten war, da so manch einer an ihren Methoden zweifelte. Wer sich ein bischen weiter in dieses Theman einlesen oder mehr über den Fossey-Fund erfahren möchte, kann hier einiges erfahren und vielleicht wollt Ihr auch gerne eine Gorilla-Adoption vornehmen durch eine Spende, dann seid Ihr hier richtig.

Am 27.12.1985 fand man sie mit eingeschlagenem Schädel in ihrer Hütte, der Mord ist bis heute ungeklärt. Beerdigt wurde sie auf persönlichen Wunsch hin auf dem Gorillafriedhof nahe der Forschungsstation.

Sehr bewegend und gut gespielt wurde sie in dem Film "Gorillas im Nebel" von Sigourney Weaver, die hierfür für den Oskar nominiert wurde.

An dieser Stelle möchte ich gerne noch ein paar Dinge sagen:
Natürlich hat auch mich der o.g. Film sehr bewegt und immer wenn ich Affen, vor allem Gorillas, sehe, dann wird mir ein bischen das Herz schwer, denn irgendwie sehe ich auch uns Menschen in ihrer Mimik. Sie gehören nicht in Käfige oder Gehege gesperrt! Prominente Frauen gibt es da noch ein paar, da denke ich an Doris Day und Brigit Bardot ud auch ein paar Models zogen sich aus für PETA.

Dieser Block soll aber auch für all die anderen vielen Frauen stehen, die sich - wie eine Dian Fossey - für unsere aller Natur einsetzen und stark machen. Er ist auch für die Frauen, die Tiere schützen und ihr persönliches Hab und Gut oftmals einsetzen, man denke da an so manches Tier- und Katzenheim. Er ist für die Frauen, die nicht den bequemen Weg gehen und dadurch auch öfters nicht gerne gesehen sind. Er ist für die Frauen, die aus Liebe zur Natur und Tier auf Probleme aufmerksam machen und verunglimpft werden, weil sich damit kein Geld verdienen läßt.

Und so steht Dian Fossey für die unzähligen Frauen dieser Welt, die weder Mühe noch Kraft scheuen, sich für unsere Umwelt und Tiere einzusetzen!!!

Für Dian Fossey!

Die Stoffwahl war diesmal sehr einfach... der Tiger steht für alles Bedrohte, dann der braune Stoff für die Erde (Boden), der grüne für die Pflanzen, der Wolkenstoff für den Himmel und der andere blaue für das Wasser und - wie kann es anders sein? - der lilarosa Stoff für die Frauen!



Samstag, 22. Dezember 2012

Frauenrechtsquilt # 17

Die Zeit läuft und heute ist doch tatsächlich schon Block Nr. 17 dran.

Da meine Kleine gestern Geburtstag hatte, will ich ihr diesen Block widmen:

für Kind Nr. 2!

(Zum Verständnis: meine Kinder bleiben stets anonym im Netz, deshalb keine Namen!)

Meine Kleine wurde an einem Dienstag geboren, nachmittags und ich hatte soo gehofft, daß sie kein Christkind wird und nach 14 Stunden Wehen, war´s dann auch soweit.
Geboren wurde sie im ausrangierten Kreißsaal, der nur als Durchgangszimmer der Schwestern und Ärzte diente, denn alle Kreißsäle waren schon belegt. Wir hatten das auch alles ganz alleine geschafft, denn mein Mann mußte ja auf die Große aufpassen, die selbst nicht mal zwei Jahre alt war.
Und da war sie nun, meine Zweite und machte durch ihre Anwesenheit die Familie komplett. Sie trägt einen persischen Vornamen (ich mag´s halt exotisch) und einen Zweitnamen in Anlehnung an den Vater meines Mannes, der in ihrer Schwangerschaft leider verstarb.
Nach der Geburt sind wir am nächsten Tag nach Hause, da wurde sie herzlichst von der Großen empfangen. Wir legten sie in den Stubenwagen und die Große zog sie durch die kleine Wohnung und erklärte ihr jedes Zimmer. Beim Windelwechseln legte sich die große Schwester immer neben sie (wir wickelten nur auf dem Boden) und so manches mal schliefen beide dabei ein. Es ist schön, wenn man Kinder hat, die so dicht aufeinander folgen.
Und der Tag kam, da trat die kleine Schwester aus dem Schatten der großen Schwester und siehe da, es entpuppte sich natürlich ein ganz unterschiedliches Kind. Ist die Eine schwarz, ist die Andere weiß, sagt die Eine ja, sagt die Andere nein.
Und meine Kleine ist ein Mama-Kind, wurde 13 Monate gestillt, ein kleiner Draufgänger, lief eher nebenher und mit und ist deshalb vielleicht auch ein so wunderbarer Charakter. In sich stark und selbstbewußt mit der Fähigkeit, die Menschen um sie herum mit einem Lächeln und einem frechen Spruch um den Finger zu wickeln.
Sie ist sportlich, klettert wie ein Affe, mag die Dunkelheit gar nicht, ist störrisch, hat eine Schrift zum davonlaufen, hat wunderbar blaue Knopfaugen, hat die zarteste Haut und wird von Jahr zu Jahr hübscher. Sympathien fallen ihr zu, sie ist beliebt bei den Mädchen und Jungs akzeptieren sie, weil sie cool ist.
Sie ist das Kind, was einem das Lieben so einfach macht. Sie schmiegt sich an und ich frage mich manchmal, wächst sie überhaupt? Aber wehe sie ist zornig! Wehe es steht ihr was im Weg! Wehe, man tut ihr Unrecht!

Sie ist ein großartiges Kind.
Meine Kleine.

Und bei der Frage nach ihrer Lieblingsfarbe sagt sie entzückenderweise: "Bunt!" und deshalb ist Nr. 17 schön bunt.

Und dieser Block ist für Dich, mein kleines Schützenkind!