Bei
Blogzimmer ist die neue Woche angebrochen und das Thema heißt "Hobbys".
Ich denke, wer mich kennt, kennt auch meine Hobbys.
So will ich nicht - wie eh sehr oft - über das Nähen reden, sondern über ein anderes Hobby von mir:
Klassische Musik und hier und heute über die Oper.
Mein Einstieg war "Das Phantom der Oper", ein Musical der ganz besonderen Art und ich liebe es bis heute.
Dann fand ich schnell heraus, daß mich Tschaikowsky mehr als nur begeisterte und so galt er für mich für eine lange Zeit als einzig wahrer Komponist.
Das hatte sich im Laufe der Zeit geändert und nach mehr als 25 Jahren kam ich dann auch zur Oper, ich hatte meinen neuen Lieblingskomponisten gefunden: Giaccomo Puccini.
Meine erste Oper erlebte ich in Hamburg, wie noch ein paar andere von Puccini (im übrigen kenne ich nur Puccini-Opern).
Bei "La Boheme" liefen mir die Tränen und je mehr Opern ich in Hamburg sah, desto schlimmer fand ich die Inszenierungen. Von "Madama Butterfly" war ich extrem enttäuscht und nicht mal die Musik sprach mich an.
Wie konnte das bloß sein?
Wie konnte es sein, daß ich eigentlich Puccinis Musik liebe, aber bei Madama Butterfly sozusagen aussteige? Eine tragische Oper, tragischer geht´s kaum.
In Hamburg war die Bühne damals schneeweiß mit einem Loch im Boden und einer weißen Wendeltreppe. Mehr nicht.
Aber dann, Jahre später, führte die MET in New York "Madama Butterfly" auf und es wurde live übertragen in einige Kinos in Deutschland und so kam es, daß ich nach Elmshorn fuhr, mir den besten Platz im Haus gönnte und dann ein Erlebnis hatte der ganz besonderen Art, das war letztes Jahr!
Das, was ich an diesem Abend sah, war zwar modern, aber so unfaßbar schön und künstlerisch wertvoll, daß es mich von den Socken haute.
Kurzer Abriß: Eine Japanerin lernt einen Amerikaner kennen, verliebt sich in ihn und sie heiraten. Er verläßt sie und sagt ihr, er müsse wieder los in seine Heimat, käme aber im nächsten Frühling wieder. Sie wartet und stellt fest, daß sie schwanger ist und bekommt einen Sohn. Sie wartet viele Frühlinge ab und wartet und wartet und gibt die Hoffnung nicht auf. Da kommt er nach Jahren zurück, mit seiner amerikanischen Frau an der Seite, und ihre Welt zerbricht. Sie will ihm ihren Sohn mitgeben, auf daß es ihm gut gehen wird und dann bringt sie sich um.
Nicht nur, daß die Musik schön ist und der Gesang, alles war wie verzaubernd.
Auf obigem Foto sehr Ihr blau beleuchtet Reispapierwände. Diese wurden hin und her geschoben von Menschen und bildeten immer neue Räumlichkeiten. Mal erschienen sie durchsichtig, mal konnte man Schatten erkennen. Ganz toll.
Desweiteren sieht man oben, daß links von Butterfly eine Puppe kniet und hinter dieser Puppe zwei in schwarz gekleidete Menschen. Das waren die Puppenspieler und es waren meist drei Personen!
Hier eine andere Szene, wo die Puppenspieler zu sehen sind.
Diese Puppenspieler hauchten diesem Puppenkind so viel Leben ein, es war unfaßbar. Dadurch wirkte alles so echt, obwohl kaum was an Bühnenkulisse vorhanden war, erschien aber die komplette Oper so voller gewaltiger Bilder, daß es mich immens berührte.
Diese Aufführung hat mich versöhnt mit "Madama Butterfly", Puccini ist und bleibt mein Superheld der Oper und wann auch immer ich kann, werde ich mir live-Aufführungen aus der Met gönnen, denn sie sind ein wahres Opern-Highlight.
die liebe Nana