Donnerstag, 9. Februar 2017

Kissen Nr. 2

Ich habe das 2. Kissen fertig und dieses habe ich in der sog. "back basting"-Methode gemacht.

Wollt Ihr wissen, wie das geht bzw. was das genauer ist?

Back basting heißt zu Deutsch: heften von hinten und was anderes ist es auch nicht.

Das sind die Zutaten:

Stoff, Nadeln, Faden, Schere, Stift

Das Motiv wird auf die Rückseite des Hintergrundstoffes gemalt. Ich habe nicht bedacht, daß ich die Vorlage dadurch falsch herum drauf habe, heißt: wer es wie auf der Vorlage haben möchte, muß die Rückseite der Vorlage abpausen!

Man legt den gewünschten Applistoff auf die Vorderseite, links auf rechts und heftet von hinten die gezeichneten Linien nach (nochmal: auf der Vorderseite sieht man beide rechte Seiten!).


Natürlich muß man darauf achten, daß der Stoff auch über den Linien hinaus alles abdeckt.

Hier habe ich ein paar Applikationen geheftet.


Und von vorne sieht es so aus:



Ich nehme ein dickes Kontrastgarn und dicke Nadeln dafür. Gut geeignet sind Nähnadeln in Größe 3 oder Sashiko-Nadeln.

li: Applikationsnadel, re: Nähnadel

Und warum eine dicke Nadel zum heften?

Weil sie große Löcher macht, an denen man sich orientiert beim applizieren, guckt:


Zurück zur Arbeit.

Jetzt heißt es vorsichtig zurückschneiden und dabei eine Nahtzugabe lassen.


Passendes Garn wählen und in der needle-turn-Methode applizieren. Hierfür jeden 2. Stich durchschneiden und beim applizieren immer weiter die Heftfäden entfernen, also nicht auf einmal.



Von hinten sieht´s so aus und man sieht an den Bleistiftlinien, daß das ziemlich genau ist.


Diese Arbeit eignet sich hervorragend für die Zeit vor der Glotze.

Ist das nicht gemütlich?


Hier bin ich schon nah am Ende und zeige den Ausschneide- und Aufschneideteil.




Tataaaa, fertig.

leider spiegelverkehrt
Und so sieht es von hinten aus:


Meine Große wollte dieses Kissen haben und ich habe es gestern Vormittag gequiltet und genäht.

Gequiltet diesmal mit hellgrün.




Ganz fertig, Kissen Nr. 2!


Wollt Ihr beide untereinander sehen?

Der Vergleich ist nur bedingt fair, denn Farben und Lichteinfluß beim fotografieren verändern die Optik total. Bitte achtet auf die Applikation, denn um die geht es bei diesem Test eigentlich.



Fazit:

Back basting ist eine ganz, ganz wunderbare Applikationsmethode. Sie ist weich, sie ist leicht, sie ist dafür, daß sie keine einzige Schablone hat, doch sehr genau.

Vorteil:
Alles nötige Material ist zuhause vorhanden! Leicht auszuführen, selbst kleine Teile sind machbar. Super zu transportieren, keine Nadeln im Projekt während des Applizierens.

Nachteil:
Man muß needle-turn können.

Im Vergleich zu Apliquick ist back-basting scheinbar ungenauer, das liegt natürlich am fehlenden Stabilisator, heißt Apliquick, welches jedes Teil versteift.

Kissen Nr. 3 kommt dann als nächstes.

Bleibt dran!


Kommentare:

  1. Auch das ist ein schönes Ergebnis, wenn ich es auch nicht richtig kapiert habe, aber vielleicht ist es auch noch zu früh ;-) ich lese das nachher nochmal genauer;-)
    Einen schönen Tag wünsche ich Dir,
    LG Petra

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    1. Sicher fehlen ein paar Fotos in meiner Erklärung, aber es ist wirklich nicht schwer.

      Nana

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  2. you certainly have mastered this new tool what lovely things you are creating

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    1. This one was made without any tools at all.

      Nana

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  3. Liebe Nana,
    das habe ich überhaupt noch nicht gesehen. Eine interessante Methode! Danke für die vielen Fotos, da kann man es sich gut vorstellen.
    LG
    Valomea

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    1. Diese Methode war für mich auch völlig neu und völlig unerwartet toll.

      Nana

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  4. Hallo Nana, die 2. Methode war mir auch unbekannt, jetzt nicht mehr. Das die Applikation seitenverkehrt ist. Finde ich nicht schlimm. Das sollte so sein. Mir gefällt´s!!!!
    Liebe Grüße aus Hessen von Heidi

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    1. Hast recht, ist eigentlich völlig egal, in welche Richtung die Blume schaut. Ich wollte es der Vollständigkeit halber aber erwähnen.

      Nana

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  5. Ich find es toll dass du diese Methoden ausprobierst, und Back Basting erscheint mir die leichter Methode des Needle Turn zu sein, könnte ich mir auch mal vorstellen.
    Bin auf Kissen nr 3 gespannt.
    LG Martina

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    1. Ja, das ist wohl so wie Du sagst: es erscheint mir auch die leichtere Methode des neelde-turn zu sein. Nr. 3 wird das klassische needle-turn sein.

      Nana

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  6. Was für wunderschöne Kissen. Die Methode kannte ich auch noch nicht. Werde ich bestimmt auch mal ausprobieren.
    LG Susanne

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    1. Solltest Du, ist es definitiv wert und man muß ja nichts dafür kaufen.

      Nana

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  7. Es gibt oder gab von der Patchworkgilde, ein kleines Büchlein in dem stehen auch so einige Applimethoden. Ich habe es ehrlich gesagt weg gelegt, weil es mich sehr verwirrt hat, dass hat man auch in den Anfängen meiner Applikationen gesehen, die Arbeiten wurden ungenau. Wenn man seine ureigene Methode gefunden hat sollte man dabei bleiben und nicht mehr herum experimentieren. Deine Findungsphase finde ich sehr interessant und ehrlich gesagt von der Optik ist bisher alles ok! Eine Freundin von mir hat jeden verfolgt der applizieren konnte, um sich von dem Betreffenden seine Methode zeigen zu lassen, irgendwann hat sie sich dann auch festgelegt, grins, ich habe davon profitiert. Ich bin mal gespannt wie es weitergeht, grins, bzw. wie viele Kissen du noch machen wirst. Viel Spaß beim Nähen!!!
    Liebe Grüße
    Steffi

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    1. Ich mach noch zwei Kissen.

      Ich habe die letzte Woche so viel gesehen und gelesen über Applikationen, daß ich mir "meine" Methode nicht einfach so aussuchen konnte, sondern es probieren muß. Und ich finde es sehr interessant. Nie im Leben hätte ich back-basting probiert, weil es für mich altbacken wirkt, aber im Arbeitsprozess wunderbar ist.

      Nana

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  8. Ehrlich? So auf die Entfernung sehe ich optisch keinen Unterschied.

    Ich habe da aber noch eine Technik, die wahrscheinlich der Apliquick entspricht: (aufbügelbare) Vlieseline und das zu applizierende Stück damit vorher verstürzen. Bei aufbügelbarer V. kannst Du es dann direkt durch aufbügeln fixieren (dann richtig rum beim verstürzen zusammenlegen!), ansonsten klassisch applizieren. Vorteil: ein kleiner Stich und das geht auch wunderbar mit der Maschine. Eine dünne Vlieseline trägt praktisch nicht auf und die Kante wird beim bügeln oder applizieren leicht unter das Objekt geschoben. Gewendet wird durch einen kleinen Schlitz in der Vlieseline auf der Rückseite des Objektes.

    War das verständlich? Mit aufbügelbarer Vlieseline und dieser Technik kann man übrigens auch bei Klamotten sehr schöne innere Saumkanten produzieren. z.B. an Belegen.

    Ich wollte eigentlich in der Marokkanischen Technik (also doppelt gelegter Stoff und per needle-Turn indirekt appliziert) dieses Jahr Sitzkissen für den Garten machen. Leider mußte ich feststellen, daß meine Mustervorlagen (Zeichen/Mal-schablonen) zu winzig sind. Da muß ich erst mal zeichnen und größere Teile produzieren.

    Liebe Grüße
    neko

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    1. Ich glaube, Vliese gibt es in so unzähligen Varianten, der Markt ist voll davon. Natürlich geht es auch wie Du sagst, aber ich wollte ja unbedingt das Apliquick probieren. Marrokkanische Technik... klingt megainteressant, aber ich kann mir da jetzt gar nichts drunter vorstellen. Muß ich mal googeln oder Du zeigst es auf Deinem Blog?

      Nana

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    2. Ich denke, ich werde da nichts zeigen.

      Da hat neulich mal jemand einen Beitrag zu gepostet (Finde ich leider gerade nicht wieder).
      Im Grunde genommen ist es die klassische Needle-Turn-Technik, wenn ich das richtig verstanden habe. Angeblich eine traditionelle Technik in Marokko (und Tunesien?).

      Du legst 2 Lagen Stoff übereinander, schneidest die obere ein und fixierst sie an der unteren, so daß der untere Stoff zu sehen ist. Auch wenn die Technik vielleicht anders genannt wird, es ist das gleiche Prinzip: kleine Nahtzugabe, nach hinten umlegen, im Knick am unteren Stoff festnähen.

      neko

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  9. Interessant, back basting kannte ich bisher gar nicht. Auch dieses Kissen ist sehr, sehr schön geworden und das strenge Quiltingmuster (gibt es einen Begriff dafür?) passt perfekt.
    LG Beate

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    1. Strenges Quiltmuster... oder simples... oder lineares... oder langweiliges... oder oder oder, da fallen mir viele Begriffe ein, je nach Stimmung ;-)

      Nana

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  10. DieVariante kannte ich auch noch nicht, aber es sieht wirklich nicht schwer aus. Danke für die Anleitung!
    LG, Rike

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  11. Hallo Nana,
    auch dieses Kissen sieht fantastisch aus.
    Die Back-Basting Varinate kannte ich noch gar nicht.
    Auch wenn es eine leichtere Varinate des Needle Turns ist, würde ich mich damit bestimmt schwer tun. Bin mehr der Schablonen Typ.
    Ich find es jedenfalls super, dass du uns die verschiedenen Varinaten vorstellst und freue mich schon auf die Nr. 3.
    Liebe Grüße Manuela

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    1. Zum Glück ist ja jeder anders, aber die, die mit dem ganzen Kauf von irgendwelchen Vliesen, Papieren, Werkzeugen nicht anfangen wollen, ist diese Methode toll. Und mir gefällt sie auch.

      Nana

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  12. Tolle Varianten zeigst du uns...das Kissen sieht klasse aus!

    LG Klaudia

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  13. Deine Kissen sind wunderschön geworden. Ich bin schon auf das dritte gespannt und auf deinen Bericht darüber.
    Liebe Grüße
    Birgit

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    1. Das wird ja neelde-turn, ist also sehr ähnlich.

      Nana

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  14. Liebe Nana. Beide Kissen sind so toll und das Quilting bringt die Blumen voll zur Geltung. Danke auch für die jeweiligen genauen Anleitungen. Irgendwie kribbelt es mich auch schon in den Fingern, das Applizieren.
    Liebe Grüsse

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    1. Wenn man davon liest, will man gleich loslegen, ich weiß. Geht mir auch immer so.

      Nana

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  15. Einfach wunderschön, liebe Nana, und klasse erklärt.
    Irgendwann werde ich wohl auch mal wieder nähen.

    lg
    Iris

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    1. Irgenwann, aber jetzt strickst Du erstmal die ganzen Socken.

      Nana

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  16. Find ich wirklich toll, wie du das alles erklärst.
    Und wenn man dafür schon alles zuhause hat, find ich diese Methode sehr sympathisch.
    Dieses Kissen sieht auch echt klasse aus. Deine Große freut sich bestimmt riesig.
    Vom Quiltmuster bin ich nach wie vor total begeistert.
    Frohes Kissenschaffen! Angela

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    1. Sie hat sich sogar sehr gefreut und gleich mit ins Bett genommen, das ist nämlich ihr Einschlafkissen.

      Das ist in der Tat das sympathische, daß man keinen Zubehör benötigt.

      Nana

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  17. Das ist großartig von dir, dass du das so akkurat durchprobierst und uns an deinem Ergebnissen teilhaben läßt. Beide Varianten hören sich prima an und beide Ergebnisse sind echt sehenswert, das Motiv und die tollen Stoffe wirken stark.
    LG eSTe

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    1. Kennst Du denn dieses back-basting selbst? Oder käme es für Dich in Frage?

      Nana

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  18. Echt interessant!
    Hätte gar nicht gedacht, dass es so viele verschiedene Arten gibt!
    Und die Kissen sehen echt toll aus!!
    Welches Vlies hast du da genommen? Termolam?
    Susanne

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    1. Nein, das Freudenberg P120 aus meinem Shop:

      https://www.die-nana.de/quilt-shop/vlies/

      Nana

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Zeit ist kostbar - meine und auch Deine - und so danke ich Dir herzlich für Deinen Kommentar und daß Du Dir die Zeit für mich genommen hast.

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