Samstag, 19. Januar 2013

Frauenrechtsquilt # 21

Der heutige Block ist etwas außergewöhnlich in seiner Thematik, denn ich kann ihn keiner bestimmten Gruppe widmen, eher zweier Geschichten.

Ich widme Block Nr. 20 den Ostsee-Frauen.

Da wundert Ihr Euch sicherlich, denn was kann man darunter verstehen? Eigentlich nichts. Und eigentlich ist es auch nur ein Teil der beiden Geschichten, denn die zweite spielt in Hamburg. Auch sind es keine selbst erlebten Abenteuer, auch kenne ich niemanden persönlich und doch haben mich diese Erzählungen so mitgenommen (in beiderlei Hinsicht), daß es für mich ein Muß ist, sie in diesem Quilt festzuhalten.

Bitte verzeiht mir Ungenauigkeiten in Ort und Zeit, in Details und mehr, aber... Ihr werdet sehen.

Alles begann mit einer Doku im Ersten oder Zweiten. Ich weiß nicht, ob sie mehrteilig war. Männer erzählten vom Krieg, vom Soldatsein, vom Fliegen, von der Kälte und von der Angst und noch viel mehr.

Und Einer erzählte, wie Soldaten eine Horde Frauen an die Ostsee führten, ihr Gewehr im Anschlag und weil sie sie nicht erschießen wollten, haben sie sie gezwungen sich auszuziehen und in die Ostsee zu gehen. Es war Winter! Und die Frauen weinten und schrien und eine nach der anderen versank im Wasser... bis keine mehr übrig war.

Das war die erste Geschichte. Schnell erzählt, nicht wahr? Als ich sie hörte, lief ein Film in meinem Kopf ab und ich habe jedes einzelne Gesicht gesehen... die Frauen der Ostsee!

Und die zweite Geschichte ist genauso schnell erzählt:
Michael Degen - der Schauspieler - erzählte, wie er in Hamburg war, damals beim Angriff mit den Feuerbomben. Überall brannte es und es war so laut und heiß und da sah er eine Mutter mit ihrer Tochter aus einem Haus rennen. Sie hielten sich an den Händen und als sie auf die Straße rannten, blieben ihre Schuhe im flüssigen Asphalt hängen...

Das war die Geschichte. Mehr kommt nicht.

Mehr braucht es nicht.

Auch hier lief der Film in meinem Kopf. Bis heute sehe ich diese Filme in meinem Kopf.
Und deshalb widme ich ihnen diesen Block, weil nicht mehr viele diese Geschichte erzählen werden. Ich hab´s getan und ich werde sie durch diesen Block in Erinnerung behalten...

... die Frauen der Ostsee
... und die Mutter mit Kind aus Hamburg.

Ihnen widme ich diesen Block.


Und da der aktuelle Wochenblock weder zu diesem, noch zu irgendeinem anderen meiner Themen paßt, habe ich beschlossen, ihn nicht zu nehmen und nähte heute nur passende Stoffe aneinander.


Kommentare:

  1. Hallo liebe Nana,
    Was für zwei Geschichten, da blieb mir nun richtig die Luft weg. Das erschieße, wäre doch noch viel menschlicher gewesen. Ich kann si etwa sowie so nicht begreifen
    Diese beiden Geschichten werden mir lange nicht aus dem Kopf gehen.
    Ich wünsche dir ein wunderschönes Wochenende, und danke für deine lieben Kommentare auf meinen Blog.
    Liebe Grüße Marika

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  2. Siehst du, vor lauter Schreck habe ich mich oben im Kommentar mit den Worten verheddert.
    Es soll heißen: ich kann so etwas sowieso nicht begreifen ♡♥♡

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  3. Ach Nana, die Menschen sind manchmal schlimmer als Tiere und ein Krieg hat noch nie das Beste im Menschen gezeigt. So traurig wieder, die Geschichten.

    LG, Petruschka

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  4. Liebe Nana,
    diese Frauen, die so ein Schicksal erleiden mussten, tun mir sehr leid und es waren soooo viele im Krieg. Ein Krieg hat nur grausame Geschichten und ich mag kaum etwas davon hören, aber die Kriege sind überall - noch heute - mit viel Leid für die Menschen.
    Der Quilt ist sehr schön geworden und zeigt sehr deutlich beide Geschichten.
    LG Lotti

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  5. Liebe Nana, du bist immer wieder sehr mutig in der Wahl zur Widmung. Aber dieser Quilt bietet natürlich eine immense Chance, sich mit den schwierigen Themen der Frauen auseinanderzusetzen und diesen ein deutliches, aber doch unsichtbares Zeichen zu setzen. Spannend ist für mich die Frage, was wir dann mit diesem Quilt machen. Gerade die sehr persönlich unter die Haut gehenden Blöcke werden alles andere als "kuschlig" sein. Hast du dir darüber schon Gedanken gemacht?
    Mit Hochachtung für deinen Mut und deine ausführlichen Recherchen zu den Blockthemen. Sei mal aus der Ferne gedrückt.
    Valomea

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  6. Liebe Nana,
    das sind wirklich Bilder, die nicht mehr aus dem Kopf gehen. Arme Frauen.
    Du hast den Block ganz toll umgesetzt mit den Stoffen.
    Liebe Grüße Grit

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  7. Hallo, sehr traurige Geschichten. Aber irgendwo auf unserer Erde tobt immer ein Krieg, Geiselnahme oder... Das finde ich schlimm.
    Liebe Grüße, anngles.

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  8. Das hast du sehr gut gemacht!
    LG
    Gitta

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  9. Dieser Quilt muss wirklich raus aus der Privatheit. Diese Geschichten, die sind doch unverstellbar und doch gewesen. Geschichte! Gruss von Cosmee, immer noch erregt von dieser Geschichte

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  10. Liebe Nana,
    zwei ganz kurze Geschichten, die unter die Haut gehen!-
    Nach nun mehr als 60 Jahren Frieden in Europa, über den wir alle sehr froh sind, verblassen die Bilder des Geschehenen. Die letzten Menschen, die diese unfassbaren Geschichten erlebt haben werden bald nicht mehr unter uns sein. Um so wichtiger, das jemand wie Du da ist, der uns diese Geschichten in Erinnerung hält.
    Ich glaube, ein Buch über Deinen Quilt und die Geschichten "Deiner Frauen" wäre sehr, sehr schön und ein toller Beitrag für´s Erinnern.
    Liebe Grüße Anke

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  11. Liebe Nana,
    zwei sehr bewegende Geschichten, die unter die Haut gehen,
    es läut ab wie ein Film, der sich im Kopf festsetzt.
    Dein Frauenrechtsquilt wird mit diesen Geschichten und Erinnerungen ein ganz besonder Quilt, ein Buch dazu wäre eine gute Idee, denn vergessen wäre nicht gut.

    Liebe Grüße
    Uta

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Zeit ist kostbar - meine und auch Deine - und so danke ich Dir herzlich für Deinen Kommentar und daß Du Dir die Zeit für mich genommen hast.

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