Samstag, 2. März 2013

Frauenrechtsquilt # 27

Heute ist Block Nr. 27 veröffentlicht worden und ich schaue auf meine Liste und sehe, wem ich diesen widmen will und weiß, dafür brauche ich nicht recherchieren:

Block Nr. 27 widme ich all den Frauen, die den Kranken und Schwachen, den Sterbenden und den Hilflosen zur Seite stehen.

Diesen Block widme ich mal nicht denen, denen man täglich irgendwo begegnet, die in ihren kleinen weißen Flitzern durch die Lande fahren und bei alten oder kranken Menschen nach dem Rechten sehen, ihnen die Haare kämmen, die Fenster putzen und beim Duschen unter die Arme greifen. Ihnen gilt mein großer Respekt und ich sage danke, sie sind jedoch nicht gemeint.

Ich widme den Frauen den Block, die die wirkliche Drecksarbeit erledigen oder die allerschwersten Stunden eines Menschen miterleben.

Da möchte ich die Altenpflegerin nennen, die vielleicht einer alten Person beim Essen helfen muß, den Brei zurückstopfen muß, weil die Kontrolle über die Lippen und das Schlucken nicht mehr so funktioniert. Die vielleicht auch mal Verschlucktes aus dem Rachen holen muß und eine vollgeschissene Windel zu wechseln hat.

Ihr Lieben, tut mir leid, aber dies ist der Post der klaren Worte!

Ich rede von den Frauen, die die Bettpfannen leeren müssen und Gebisse aus Erbrochenem rausholen müssen. Ich reden von den Frauen, die die Menschen in ihren schwächsten Momenten erleben und zwar dann, wenn sie wirklich hilflos und jammernd da liegen und einen so sehr brauchen, daß man sich klein und schrecklich fühlt. Sie, die vielleicht das 20. mal das Kissen aufschütteln muß und zum 8. mal den Katheder wechselt. Oder die Frau, die den Betrunkenen und blutverschmierten Notfall ausziehen muß und er stinkt, als hätte er sich zwei Wochen nicht gewaschen und dabei kotzt er sie auch noch an.

Ich rede auch von denen, die auf der Intensivstation arbeiten und (so wurde es mir von einem Paar erzählt) die Physiotherapie machen müssen, weil sich die Menschen wund legen und der Kreislauf ganz unten ist, die Muskeln schwach werden, die Menschen künstlich beatmet sind.

Ich rede von den Frauen, die auf der Kinderstation einer Krebsabteilung arbeiten und all das Jammern und Weinen, das Elend und den Schmerz miterleben müssen und Abstand brauchen von etwas, was einem wohl die größte Angst macht.

Ich rede auch von den Frauen, die den letzten Weg mit einem gehen. Die einem die Hand halten und lächeln. Die voller Respekt den Tod mit einem erwarten und einem die Möglichkeit geben, diesen ohne Schmerz und mit einer Portion Hoffnung empfangen und erleben. Die, die am Ende eines Lebens eine Kerze entzünden als Zeichen dafür, daß man da war und nun den Weg ins nächste was-auch-immer erleuchten.

Ich rede von denen, die diesen letzten Weg mit den Kleinsten gehen.

Und all denen, die uns vollgeschissen, stinkend, schwach, blutend, heulend und jammernd, mit und ohne Zähne, nackt und schwach, krank oder zum Tode geweiht sehen und uns dennoch so viel Respekt entgegen bringen, daß wir ihn nicht vor uns selbst verlieren!!!

Ihnen sei dieser Block gewidmet und mein großer Dank noch obendrein.

Für die helfenden Hände!



Kommentare:

  1. Liebe Nana,
    wenn Du mich jetzt sehen könntest würdest Du meine Tränen in den Augen bemerken.

    Ja diese Frauen haben einen Block wirklich verdient. Für diesen Job, den sie täglich machen, gibt es nicht genug Geld.

    Liebe Grüße Grit

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  2. Liebe Nana, Du beschreibst es sehr drastisch, aber so ist es. Ein Opa ist bei uns zu Hause so gepflegt worden - und selbst wir Kinder mußten helfen, auch mal den Hintern abwischen. Was meine Mutter da leisten mußte - beim Schwiegervater - das ist unvorstellbar.
    Lg Marianne

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  3. Schön das Du an diese Frauen denkst.......ABER.......auch die Frauen im kleinen weißen Flitzer wie du es nennst..machen all diese Dinge! Sie kämmen nicht nur Haare, putzen Fenster o.ä. Sie wechseln auch beschissene Hosen, beschissene Betten, reinigen Bettpfannen, müssen Sterbenden zur Seite stehen und und und ..... Es ist mit Sicherheit kein Vergleich zu denen die in der Notfallambulanz, oder auf der Onkologie oder im Kinderkrankenhaus arbeiten.... ABER auch WIR erleben jeden Tag dieses Elend!
    LG Patricia
    Die jeden Tag versucht all diesen Kranken, Dementen, von Tode gezeichneten Menschen ein Stückchen Würde zurückzugeben.

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    1. Noch was, wir stopfen keine Essen zurück wenn jemand Schluckbeschwerden hat, das ist Körperverletzung!

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    2. Direkt ab dieser Stelle sei Big Mama und allen anderen gesagt, daß ich selbstverständlich nicht eine Arbeit besser oder edelmütiger machen wollte als die andere. Mit meiner o.g. Aussage wollte ich lediglich die ganz krassen Fälle hervorheben. Und mit dem Essen zurückstopfen meinte ich auch nicht, daß Pflegepersonal das hineinzwängt, sondern es war so gedacht, wie Mütter das auch mit ihren Babies machen, wenn sie ihre Breie bekommen und diese so rausspucken oder -sabbern.
      Dies ist eine Dankeswidmung und keine Schlechtmacherzählung. Wenn ich nicht wirklich die richtigen Worte benutze und sie deshalb falsch verstanden werden, dann ist das nicht meine Absicht.

      Nana

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  4. Liebe Nana,
    es ist so wie du schreibst und es ist nicht weit weg. Ich denke viele von uns haben das schon erlebt, auch wenn wir nicht beruflich damit zu tun haben. Pflege gibt es eben auch zu Hause und einige der Situationen, die du beschreibst, erleben wir alle. Es ist schwer, die geliebten Menschen in solchen Situationen zu erleben und zu handeln und...wie wird es dereinst bei uns sein?
    L.G.
    sigisart

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  5. Vielen Dank für Deinen Post, denn da fühle ich mich selbst angesprochen. Denn ich arbeite mit schwerstmehrfach-behinderten Menschen, die von jeher aus unserer Gesellschaft ausgegrenzt werden. Und ich fühle mich wirklich nicht bemitleidenswert, denn ich liebe l i e b e meine Arbeit und diese Menschen, besonders dann, wenn sie verhaltensauffällig sind. Ich finde es wirklich bedauernswert für uns und unsere Gesellschaft, einen Teil von uns auszugrenzen....also hinein mit ihnen, die schwach erscheinen aber so viel Stärken haben. Gruss von Cosmee

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  6. *verneig*
    Auch ich habe viele Jahre in der Pflege gearbeitet. Von ambulanter Pflege über die Arbeit mit Querschnittsgelähmten bis zur Sterbebegleitung.
    In der Zeit habe ich es wirklich sehr gerne gemacht und es nie als "gute Tat" gesehen. Mittlerweile achte ich diese Arbeit bei anderen viel mehr als ich es damals bei mir je getan habe..
    Komisch eigentlich...
    Dass du den Block diesen Frauen widmest finde ich wirklich toll!
    Susanne

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  7. Liebe Nana,
    danke das Du diesen Blog den menschen widmest, die in der Pflege arbeiten, egal ob in der eigenen familie oder beruflich, diesen Menschen kann nicht genug gedankt werden.
    Mein Papa hat meine Mama ganz alleine 13 Jahre gepflegt, ich wohnte mit meiner Familie ca 400 km entfernt.

    Liebe Grüße
    Uta

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  8. Dein Widmen ist eine sehr gute Sache!

    Liebgruß,
    Tiger
    =^.^=

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  9. Ich mag Deine klaren Worte sehr !

    Lieben Gruß
    Gudi

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  10. Liebe Nana,
    Du findest immer die richtigen Worte.
    Danke.............

    Andrea

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  11. Liebe Nana!
    Wenn ich auch nicht Deine drastischen Worte wählen würde, so hast Du eine tolle Widmung ausgesprochen. Der Ort des Geschehens spielt keine Rolle, ob zu Hause, in einem Krankenhaus, einem Pflegeheim, das ist egal, aber es ist immer die Frage, ob die Pflegenden ihre Arbeit in Würde tun - für sich und den Gepflegten, Kranken, Alten, Schwachen, Sterbenden.
    Es ist auch mein Beruf, oder ist es eine Berufung? Danke für Deine Widmung für die Menschen, deren Arbeit von unserer Gesellschaft zu wenig geschätzt wird.
    LG
    Valomea

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  12. Liebe Nana,

    finde ich klasse, dass du deinen Block diesen Frauen widmest...habe ich doch vor einigen Jahren, noch selbst zu ihnen gehört....und nun sehe ich dein "Beschriebenes" jede Woche, bei den Besuchen meiner Mutter im Seniorenheim.
    Die meisten dieser Frauen, "lieben" ihre Arbeit und machen es soooo klasse!Sie haben meinen Respekt!

    LG Klaudia

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  13. Liebe Nana,
    sehr direkte Worte, als hättest Du all dieses selber erlebt. Recht hast Du! - es musste genau so einmal gesagt werden.
    LG Anke

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  14. Nicht die stilistisch ausgefeilteste Rede, aber wohl den Tatsachen entsprechend. Zum Glück sind mir solche Situationen noch fremd, aber ich bringe aber den Pflegerinnen höchsten Respekt entgegen. Und auch heute kann der Block es nicht besser ausdrücken.

    LG, Petruschka

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Zeit ist kostbar - meine und auch Deine - und so danke ich Dir herzlich für Deinen Kommentar und daß Du Dir die Zeit für mich genommen hast.

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