Freitag, 14. Dezember 2012

14. Türchen

Freitag... die Tür öffnet sich...


... und die liebe Bea schenkt uns ihre Erinnerungen.

Bea, geboren 1953.

Was gab es an Heiligabend immer zu essen?
Rollschinken und Kartoffelsalat - ein Festessen.

Erzähle von eurem Baum!
Wir hatten immer einen kleinen, manchmal sogar mickrigen Baum, der von meinem Großvater, und später von meiner Mutter, mit Liebe geschmückt wurde.

Kam zu euch der Weihnachtsmann oder das Christkind?
Das Christkind brachte die Geschenke.

Wie lief die Bescherung ab?
Von meiner Seite mit Ungeduld und von den Erwachsenen mit Verständnis und viel Liebe.

An welches Weihnachten erinnerst du dich am besten?
1973, als meine Großmutter einen Monat vor Weihnachten gestorben ist. Es kam einfach keine Weihnachtsstimmung auf.

Was war das schönste Geschenkt, daß du damals bekommen hast?
Ein Puppenkleid, das meine Mutter selbst genäht und aufwändig von Hand bestickt hat.

Was war dein Lieblingsweihnachtslied?
Ich mochte alle Weihnachtslieder, die ich auf der Flöte spielen konnte.

Hattet ihr gewissen Bräuche?
Mir fällt nur ein, daß unser Christbaum immer bis fast zum Fasching stehen blieb. Das Aufräumen und Säubern kann man sich ja vorstellen.

Hast du immernoch die gleichen Lieblingsweihnachtslieder?
Heute singen und musizieren meine Enkel.

Was kochst du heute an Heiligabend?
Mein Mann und ich feiern Weihnachten nicht mehr und so ist der Heiligabend ein Abend wie jeder andere auch. Also gibt es nichts Besonderes zu Kochen und zu Essen.

Was würdest du gerne von der damaligen Weihnacht in die heutige mitnehmen?
Die kindliche Freude und Aufregung.

Was für ein Geschenk ist bis dato unerfüllt geblieben?
Bedingungslose Liebe und Geborgenheit - danach sehne ich mich seit meiner Geburt und bis heute.

Und wenn du Jesus treffen könntest, was würdest du ihn fragen/ihm sagen/ihm geben?
Ich würde mit ihm über die Dummheit der Menschen weinen die nicht merken, daß sie mit ihrer Gier die Erde zerstören.

Liegt dir noch was am Herzen, was du uns sagen möchtest?
Alles wird am Ende gut und wenn es nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende.


Danke, liebe Bea, für diese Erinnerungen.


Jetzt folgt ein Gedicht, daß eine gewisse Ottilie Wildermuth (1817-1877) schrieb:

Zu einem warmen Kleidungsstück

Weil du zuerst im Mutterarm
uns hast getragen, weich und warm,
weil du manch´ kalte Winternacht
dich um den süßen Schlaf gebracht
um in des weichen Bettleins Ruh´
die Kinderlein zu decken zu -
so mögst du heute uns vergönnen,
obwohl wir´s nicht vergelten können,
dass für den Winter in der Stille,
wir bringen eine warme Hülle,
um dich in weichen Falten,
an kalten Tagen warm zu halten.
Nimm´s freundlich! Sei nicht eingedenk,
das so prosaisch das Geschenk,
denk´ das schon oft die Liebe lieh,
der Prosa ihre Poesie.



Kommentare:

  1. Hallo Nana,
    viele schöne, aber auch traurige Erinnerungen liest man bei Dir im Adventskalender. Bea, die immer noch auf der Suche ist nach Geborgenheit und Liebe und sie hat so Recht, die Menschen zerstören die Erde, aber die Natur wird es nicht zulassen, sie wird sich rächen.
    LG Lotti

    AntwortenLöschen
  2. Hallo Nana,

    wieder eine sehr berührende Erinnerungsgeschichte!
    Danke!

    LG Klaudia

    AntwortenLöschen
  3. Bea`s Erinnerungen und Gedanken stimmen mich auch nachdenklich, danke das sie es mit uns geteilt hat.
    LG von Steffie

    AntwortenLöschen
  4. Bea`s Geschichte mußte ich erst einige Stunden sacken lassen, sie hat mich sehr nachdenklich gemacht und auch berührt.

    LG Uta

    AntwortenLöschen

Zeit ist kostbar - meine und auch Deine - und so danke ich Dir herzlich für Deinen Kommentar und daß Du Dir die Zeit für mich genommen hast.

LinkWithin

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...