Dienstag, 18. Dezember 2012

18. Türchen

Jetzt sind es nur noch wenige Tage bis Heiligabend, aber erstmal das 18. Türchen öffnen... quieeeetsch...


Heute wollen wir uns Grits Weihnachtserinnerungen anhören, die sie mir sozusagen als Brief zukommen ließ:

Ich bin 1969 geboren und somit 43 Jahre jung.
Es gab früher immer Kassler und Grünkohl bei uns am Heilig Abend zu essen. Den Baum haben mein Bruder und ich immer gemeinsam mit unserer Mama geschmückt. Dabei ging es dann immer abwechselnd zu, so daß nicht einer ein Teil mehr und schneller aufhängen kann. Besonders beliebt waren natürlich die Schmuckstücke, wie Vögel, Pilze und Herzen, Tannenzapfen und Glocken. Die Kugeln kamen dann zum Schluß. Der Baum war immer rot und silber geschückt.
Zur Bescherung kam dann immer der Weihnachtsmann. Wir mußten dann ein Gedicht aufsagen und dann wurden nach und nach die Geschenke aus dem Sack gehoben. Der Weihnachtsmann hat uns dann auch in jedem Jahr mit den "schlechten" Sachen konfrontiert, die im Jahr passiert sind. Natürlich haben wir dann hoch und heilig versprochen, diese Sachen nicht wieder zu tun.
Ein besonderes Weihnachten war, als der Weihnachtsmann dann endlich weg war und wir dachten, jetzt können endlich die Geschenke geöffnet werden. Da klopfte es noch einmal an der Tür und der Weihnachtsmann stand wieder da. Er brachte noch einen Schlitten, den er vorher vergessen hat. Da sagte ich ihm dann, nun wäre es aber genug.
So richtig an mein schönstes Geschenk kann ich mich nicht erinnern. Ich habe aber einmal eine große Babypuppe und einmal einen großen Teddy bekommen. Die Puppe hatte den Namen Susi und der Teddy hieß Erna, wie meine Oma. Die beiden hatte ich wirklich sehr, sehr gern.
Ein Lieblingsweihnachtslied habe ich nicht. Ich kann ja nicht singen, sondern singe immer nur unauffällig und leise mit. Ich mag eigentlich alle Weihnachtslieder gern hören, auch heute noch.
Bräuche gab es bei uns keine, aber ich erinnere mich daran (ich bin ja ein Kind aus der ehemaligen DDR und es gab Orangen nur zu Weihnachten), daß es auf dem bunten Teller immer ein oder zwei Orangen gab. Die ließ ich mir dann von meiner Mama immer abschälen, so daß eine Blume entstand. Das fand ich immer so schön.

Heute mag ich immernoch alle Weihnachtslieder, auch reine Kinderlieder.
Wir sind ja Weihnachten immer im Skiurlaub gewesen und hatten dann vorher mit der Familie ein Vorweihnachtsfest. Da gibt es immer Gänsebraten.
Wir legen dann alle Geschenke ins Wohnzimmer und würfeln. Es wird vorher eine Zahl abgemacht und wer die würfelt, der darf dann ein Geschenk holen.
Im Urlaub sind die Geschenke dann immer im Kamin. Wir sind immer in ein tolles Restaurant gegangen.
In diesem Jahr sind wir zuhause. Daher haben wir dieses Jahr auch einen Weihnachtsbaum. Darauf freue ich mich sehr. Unsere Vorweihnachtsfeier gibt es also erstmalig nicht, sondern wir werden die Familie Weihnachten bei uns haben. Es wird wieder Gänsebraten geben. Eine aus dem Backofen, eine aus dem BBQ. Da veranstalten mein Mann und ich ein kleines "Wettkochen". Um die Geschenke würfeln wir dann wieder.
Wir sind keine kirchliche Familie. Meine Jungs sind beide getauft, aber hatten keine Konfirmation. Diese Entscheidung haben sie aber allein getroffen.
Mein Großer wollte nicht und von Tom ist der beste Freund verstorben, bevor sein Konfirmationsunterricht starten sollte. Da wollte er keine Konfirmation mehr, da er es nicht verstanden hat, daß Gott seinen Freund geholt hat. Das war eine sehr schwere Zeit für uns alle.


Danke Grit!

Es bedarf an dieser Stelle keine weiteren Worte.

An Deiner Vaterhand

Wohin sollen wir uns wenden
wenn das Leid uns übermannt?
Die wahre Hilfe wir nur fänden,
an Deiner starken Vaterhand!

Wenn Sorgen uns schwer niederdrücken,
die Angst hoch wächst wie eine Wand.
Gehen wir getrost mit geradem Rücken,
an Deiner starken Vaterhand!

Wenn liebe Menschen uns verlassen
und andere sich kalt abgewandt.
So können neuen Mut wir fassen,
an Deiner starken Vaterhand!

In Gnade und Barmherzigkeit,
hast Du uns Deinen Sohn gesandt.
Wir wandern in die Ewigkeit,
an Deiner starken Vaterhand!

Johannes Kandel



Kommentare:

  1. Liebe Nana, ich öffne Deine Türchen immer still mit! Einen wunderschönen Kalender hast Du für uns zusammengestellt! Vielen dank dafür!
    Liebe Grüße
    Grit

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  2. Liebe Nana,
    wieder so eine schöne Geschichte wie aus dem leben geschrieben, an Apfelsinen, die es nur Weihnachten gab und auf dem bunten Teller lagen kann ich mich auch gut erionnern, warum wohl?.

    Sei ganz lieb gegrüßt
    Uta

    AntwortenLöschen
  3. Liebe Nana, nochmal ein kleines Dankeschön für den Kalender. Ich lese täglich "still" mit und finde immer etwas, daß bei uns ähnlich war .. so gibt es jeden Tag schöne Erinnerungen an eigenes, früheres Weihnachten und das macht den Reiz deines Kalenders aus.
    Liebe Grüße von mir

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Zeit ist kostbar - meine und auch Deine - und so danke ich Dir herzlich für Deinen Kommentar und daß Du Dir die Zeit für mich genommen hast.

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