Samstag, 15. Dezember 2012

Frauenrechtsquilt # 16

Jetzt liegen viele in dem Entspurt zu Weihnachten, haben hier und da Stress (oder hoffentlich keinen!) und manche Frau - vielleicht auch Mann? - unter Euch wartet gespannt, welches Thema sich hinter diesem Block verbirgt.

Block Nr. 16 widme ich den Ziehmüttern dieser Welt!

Was ist eine Ziehmutter?
Eine Amme, so nannte man es früher. Eine Pflegemutter, so nennt man es heute. Aber irgendwie gefallen mir beide Worte nicht so sehr, denn ich sehe vor meinem geistigen Auge immer eine stillende, fremde Frau vor mir, wenn ich an das Wort "Amme" denke. Und Pflegemutter hat stellenweise so einen merkwürdigen Beigeschmack, man denke da an Pflegemütter, die so gar nicht gut für das Kind waren, welches sie betreuten. Ich denke auch nicht an die Frauen, die ein Kind nur so sechs Stunden bei sich haben, nein, ich denke bei Ziehmutter an eine Frau, die ein Kind dauerhaft bei sich aufnimmt (natürlich in ihre Familie) und diesem Kind Liebe und Wärme schenkt und alles, was eine Mutter sonst so macht. Eine Ziehmutter ist für mich eine Frau, die nicht nach Geld fragt, sondern dies tut, weil sie dieses eine Kind oder irgend ein Kind mag oder gar liebt, es an sich zieht, es erzieht und sicherlich auch an mancher Stelle durch ihre Liebe verzieht.

Wie auch immer jede Einzelne dieses Thema benennen möchte, Ziehmütter/Pflegemütter sind doch immer die, die ein fremdes Kind bei sich aufnehmen. Und das kann so unterschiedliche Gründe haben, oft sind es seelisch verletzte Kinder. Irmela Wiemann hat etwas zusammengestellt, welches ich eben in den Weiten des Netzes fand. Die komplette Schrift kann man sich hier durchlesen, ich finde es wirklich lohnenswert. Und wenn man bedenkt, daß Kinder, die in einer Pflegefamilie unterkommen, ja aus einem bestimmten Grund dort sind, so versteht man, wie schwierig es auch sein kann, eine solche Pflegemutter zu sein und zu werden. Oft genug haben sie ja selbst eine "komplette" Familie, in die dieses "fremde" Kind integriert wird. Viele dieser Kinder haben soziale, körperliche und andere Defizite, all dies muß die Pflegemutter handeln können... ausbügeln, koordinieren, managen, verstehen, verzeihen, verbinden... was für eine Aufgabe!

Lt. Wicki wurde 2005 an die 8.725 Kinder in Deutschland in Vollzeitpflege an nichtverwandte Personen vermittelt. Eine starke Zahl und ich glaube nicht, daß die Zahl sich im Laufe der Jahre verringert hat.

Pflegemutter sein heißt, ein Kind (oft) nur für eine gewisse Zeit zu betreuen. Manchmal nur für ein paar Monate, manche Kinder bleiben aber auch ihre ganze Kindheit und Jugendzeit in der Pflegefamilie.

Wer sich ein bischen informieren möchte, kann dies hierhier oder auch hier tun.

Pflegemutter zu sein KANN keine einfache Aufgabe sein! Schon Mutter zu sein ist manchmal sehr schwer und wie viele Fehler begehen wir Mütter an unseren Kinder? Ich eine Menge! Als Pflegemutter steht man aber auch unter "Aufsicht", bekommt vielleicht ein sehr schwieriges Kind nach Hause, sieht sich Problemen konfrontiert, an die man vorher nie gedacht hätte. Ich selbst kenne einen Fall aus dem Dorf, wo der eine Pflegesohn schweren Herzens "zurückgegeben" werden mußte, weil die Entwicklung des Kindes derart war, daß die eigene Familie Angst hatte.

Gehen wir davon aus, daß eine Pflegemutter es aus Liebe zum Kind tut und nicht, weil sie dafür Geld bekommt, dann ist dies ein verantwortungsvoller und respektvoller Job, den nicht jede Frau erfüllen kann. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob ich das könnte. Ich bewundere diese Frauen für ihr Engagement, ihre Liebe und Zuneigung, ihr gutes Herz und den Mut, ein fremdes Kind anzunehmen und groß zu ziehen.

Die Stoffe stehen im äußeren Teil für die irre Welt, aus der so ein Kind kommt und sich in sich selbst wiederspiegelt in dem inneren Stoff, der das Kind repräsentiert. Der lila Teil ist die Pflegemutter, die es in sich und bei sich aufnimmt und vor den äußeren Wirren schützt.

Und für die Ziehmütter dieser Welt ist dieser Block!



Kommentare:

  1. Liebe Nana,
    wieder ein spannendes Thema. Ja, Hut ab vor allen Pflegemüttern. Ich könnte diese Verantwortung nicht tragen.
    Liebe Grüße Grit

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  2. Hallo Nana, und wieder hast du ein interessantes Thema rausgefischt. Es geht uns alle an und findet doch viel zu wenig Beachtung. Was für ein Engagement! Zur Stoffauswahl, klasse mit dem Musterstoff.
    Liebe Grüße, anngles.

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  3. Liebe Nana,
    das Thema könnte man wohl noch ewig weiterführen. Manches Mal sind sie ein Segen für ein Kind (eines in meiner Nachbarschaft) und manches Mal Fluch. Wir sollten im allgemeinen dafür Beten dass die Menschen sich wieder besinnen was wirklich wichtig ist. Nicht der Kommerz sondern die Liebe und Familie. Dann hätte der Fall in meiner Umgebung keinen Pflegefall notwendig.
    Hoffentlich lernen wir alle bald den richtigen vernünftigen Umgang mit all den neuen Herausforderungen.
    Liebe Grüße
    Birgit

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  4. Wieder ein sehr bewegendes Thema, das jeden Tag aktuell ist und für mich sehr nah.
    Dein Block passt sehr gut zu diesem Thema.

    Liebe Grüße
    Uta

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Zeit ist kostbar - meine und auch Deine - und so danke ich Dir herzlich für Deinen Kommentar und daß Du Dir die Zeit für mich genommen hast.

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